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Russische Studenten sollen offenbar ihre E-Zigaretten spenden, damit diese für die Drohnen-Produktion genutzt werden können

Angeblich können die Schaltkreise und Batterien von E-Zigaretten in Drohnen verwendet werden. - Copyright: Rainer Jensen/picture alliance via Getty Images
Angeblich können die Schaltkreise und Batterien von E-Zigaretten in Drohnen verwendet werden. - Copyright: Rainer Jensen/picture alliance via Getty Images

Studenten einer russischen Universität bitten, einem Bericht zufolge, ihre Kommilitonen, ihre E-Zigaretten zu spenden, um dem russischen Militär zu helfen. Deren Bestandteile können für die Herstellung von Drohnen für Russlands Invasion in der Ukraine wiederverwendet werden, wie die russische Publikation "Novaya Gazeta Europe" berichtet.

Der "Falcon patriotic military club" an der russischen Universität Samara sammelt, dem Bericht zufolge, Vape Pens, verteilt Flugblätter und stellt Sammelboxen auf dem Campus auf. In dem Flugblatt der Gruppe heiße es, dass das Militär vor allem Schaltkreise und Batterien nutzen kann. Diese seien für den Betrieb von Munitionsauslösesystemen geeignet. Das Flugblatt könnt ihr hier im russischen sozialen Netzwerk VKontakte sehen. Es ist eine Anspielung auf das berühmte sowjetische "Njet!"-Plakat, das die Bürger zum Alkoholverzicht aufforderte.

Das sowjetische Anti-Alkohol-Propagandaplakat, das die Vape-Spenden-Kampagne inspirierte. - Copyright: USSR
Das sowjetische Anti-Alkohol-Propagandaplakat, das die Vape-Spenden-Kampagne inspirierte. - Copyright: USSR

"1 E-Zigarette = 1 Drohnenangriff auf den Feind"

In der neuen Version heißt es: "1 E-Zigarette = 1 Drohnenangriff auf den Feind", so die Übersetzung des Berichts durch die ukrainische Zeitung "Kyiv Post". Wie die "Kyiv Post" weiter berichtete, sagte die Gruppe, sie habe mit der Sammlung begonnen, nachdem sie von Leuten angesprochen wurde, die "an der militärischen Spezialoperation beteiligt sind" – so bezeichnet Russland seinen Krieg. Der patriotische Militärclub Falcon wurde 2008 von der militärischen Abteilung der Universität gegründet.

Die Gruppe hat seit Beginn des Krieges im Februar 2022 Gegenstände für die russischen Truppen gesammelt. Dazu zählen unter anderem defekte Mobiltelefone, Campingkocher, Kleidung und Lebensmittel, wie die "Kyiv Post" berichtet. Sowohl Russland als auch die Ukraine nutzen wiederverwendete Teile zum Kampf. So stellt die Ukraine zum Beispiel Scheinwaffen her, um Russland zu täuschen – und teure Waffen zu verschwenden.

Beide Länder bauen ihre eigene Waffenproduktion aus

Ein ukrainisches Unternehmen stellt nach eigenen Angaben aus russischen Ölfässern gefälschte Radarreflektoren her. Ein anderes Projekt in der Ukraine verwendet ebenfalls Vapes, um Drohnen und Nachtsichtgeräte aufzuladen. Beide Länder bauen auch ihre eigene Waffenproduktion aus, um nicht mehr so sehr auf Waffenlieferungen und -käufe aus anderen Ländern angewiesen zu sein.

So versucht die Ukraine, ihre eigene Produktion von Raketen, Drohnen und Munition hochzufahren – in der Hoffnung, dadurch unabhängiger von den Spenden ihrer westlichen Verbündeten zu werden. Russland ist auf den Iran angewiesen für viele der Drohnen, die es in der Ukraine einsetzt. Daher arbeitet es nun daran, eine eigene Version einer iranischen Drohne innerhalb Russlands herzustellen, wie eine Forschungsgruppe berichtet.

Dieser Artikel wurde von Victoria Niemsch aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.