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Russland steigert Drohnenproduktion

Die ukrainische Stadt Charkiw hat den Sonntag zum Trauertag für die Opfer des jüngsten massiven russischen Luftangriffs erklärt. Dabei waren am Samstag mindestens sieben Menschen getötet worden, darunter drei Kinder im Alter von sechs Monaten bis sieben Jahren. Ein weiterer Verletzter liegt mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus. Russische, im Iran hergestellte „Shahed“-Drohnen hatten ein Treibstofflager getroffen. Brennender Kraftstoff besprühte umliegende Gebäude. Nach Angaben der örtlichen Behörden fingen 15 Wohngebäude Feuer.

Am frühen Sonntag wurden Explosionen in den Städten Dnipro und Mykolajiw gemeldet.

Das russische Verteidigungsministerium veröffentliche Videoaufnahmen von einem Besuch von Verteidigungsminister Sergej Schoigu in einer Drohnenproduktionsanlage in der Region Udmurtien. Nach Angaben des russischen Militärs hat das Unternehmen die Produktion unbemannter Flugkörper seit Kriegsbeginn um 60 % gesteigert.

Unterdessen versammelten sich am Samstag in Moskau Ehefrauen von Soldaten, um Blumen am Grabmal des Unbekannten Soldaten an der Kreml-Mauer niederzulegen. Sie fordern die Rückkehr ihrer Ehemänner und die Beendigung der Kämpfe. Diese Basisbewegung, „The Way Home“, ist wahrscheinlich der einzige Antikriegsprotest in Russland, der noch immer weder verboten ist noch umfassend strafrechtlich verfolgt wird, da er in der Form des Gedenkens an gefallene Soldaten des Zweiten Weltkriegs ausgedrückt wird. Dennoch geben die Teilnehmer an, dass sie genau beobachtet werden und gelegentlich Drohungen über soziale Netzwerke erhalten.

Am Samstag wurden in Moskau ein Teilnehmer und zwei Journalisten kurzzeitig festgenommen, später jedoch ohne Anklageerhebung freigelassen. Aus mehreren anderen russischen Städten wurden weitere Festnahmen gemeldet.

Im Hinblick auf die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Russland sagte Mariya Andreeva, eine der prominenten Persönlichkeiten der Bewegung, dass Wladimir Putin „immer noch die Möglichkeit hat, kein Kandidat für den Krieg, sondern ein Kandidat für den Frieden zu werden“.