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Russlands Wagner-Söldner mischen im Sudan mit: Welches Ziel verfolgt Putin?

Die PMC Wagner-Group, Russlands Privatarmee - PMC steht für "private military company" - ist in vielen afrikanischen Staaten im Einsatz, und seit 2017 in Sudan, wo jetzt ein neuer Konflikt aufgeflammt ist.

Überall dort, wo es Instabilität in Afrika gibt, ist Wagner vor Ort.

Emmanuel Kotin, Sicherheitsexperte und Executive Director des Africa Center for Security and Counterterrorism, erklärt im Gespräch mit Euronews: "Es ist so auffällig, dass überall dort, wo es in Afrika Instabilität oder einen Angriff auf die Demokratie gibt, die Wagner-Gruppe involviert ist, und meistens sind sie auf der Seite der Milizen."

Und woran sind die Wagner-Söldner interessiert?

Daszu sagt Kotin: "Schauen Sie sich zum Beispiel Burkina Faso an, alle Minen des Landes werden von Vertretern der Wagner-Gruppe übernommen. Das Gleiche passiert im Sudan. Wagner ist so etwas wie das Bindeglied für das Sammeln von Informationen über unsere natürlichen Ressourcen in Afrika. Wagner sammelt auch Informationen über die Regierungsstrukturen in Afrika".

Es wird befürchtet, dass die Wagner-Gruppe - wohl vom Kreml dazu angestachelt - den Konflikt in Sudan weiter anheizt.

Wagner soll Russland Zugang zu Ressourcen in Sudan verschaffen

Mehrere internationale Analysen kommen zu dem Ergebnis, dass die Aufgabe der Wagner PMC im Sudan vor allem darin liegt, Zugang zu Ressourcen zu verschaffen, die Russland aufgrund der Sanktionen weniger gut bekommtn und die Moskau für den Krieg gegen die Ukraine verwendet. Laut der Untersuchungen handelt es sich in erster Linie um Gold, dessen Produktionsmenge im Sudan die drittgrößte in Afrika ist.

Dr. Jelena Aparac, unabhängige Expertin der Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen für den Einsatz von Söldnern, hat die Rolle der Wagner PMC untersucht.

Sie sagt: "Wir haben festgestellt, dass diese Art von komplexen Beziehungen zwischen verschiedenen Unternehmen und Wagner sehr oft zu einer Person und oft zu Staatsbürgern russischer Nationalität führen, die das Gesamtgefüge dieser verschiedenen Akteure gewissermaßen kontrollieren."

Im UN-Sicherheitsrat in New York erklärt Russlands Außenminister Lawrow, Moskau habe das Recht, die Wagner-Gruppe einzusetzen.

Doch Jelena Aparac erklärt, dass nicht ganz klar sei, ob die Wagner-Gruppe tatsächlich eine Privatarmee oder eine private Sicherheitsfirma ist oder nicht. Denn diese sind eigentlich durch russische Gesetze verboten. Und zur Rolle der Wagner-Söldner sagt die Expertin: "Unabhängig von der Rechtsform agieren sie in unterschiedlichen Konflikten und mit unterschiedlichen Rollen."

Laut dem Friedensforschungsinstitut SIPRI bekommt Sudan die meisten Waffen aus Russland und Moskau bestückt die Armee des Landes zu 87 Prozent.

Eines der wichtigsten Ergebnisse dieser Zusammenarbeit dürfte die Eröffnung eines russischen Marinestützpunktes im Sudan sein, der es dem Kreml ermöglichen wird, die Zufahrten zum Suezkanal und den Zugang zum Indischen Ozean zu kontrollieren.

"Vom Krieg in der Ukraine ablenken"

"Sie dringen in Gebiete vor, in denen die internationale Gemeinschaft bisher versagt hat, in denen es nicht gelungen ist, Stabilität zu schaffen.

Dr. Paul Stronski ist Senior Fellow Russia und Euroasia für den Carnegie Fund. Er erläutert im Gespräch mit Euronews: "Die Interessen der Wagner-Gruppe repräsentieren in erster Linie die Wagner-Gruppe und nicht eine bestimmte sudanesische Organisation. Was wir in den letzten Jahren gesehen haben, ist, dass Wagner immer wieder seine Loyalitäten wechselt."

Stronski erklärt, wo Russland mit Wagner aktiv wird. "Sie dringen in Gebiete vor, in denen die internationale Gemeinschaft bisher versagt hat, in denen es nicht gelungen ist, Stabilität zu schaffen. Russland versucht, seine Präsenz in ganz Afrika auszudehnen. Sie wollen auf jeden Fall Zugang zu den Häfen. Und Russland will auch von seinen Aktivitäten in der Ukraine ablenken".