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Der Schmidt Max im Interview: "Wir wollen zeigen, wie viel Gutes es im Land gibt"

Der Schmidt Max ist ein Sympathieträger, der offen auf die Welt zugeht: "Ganz grundsätzlich mag ich Menschen." (Bild: BR/south & browse GmbH/Schelke Bonnetsmüller)
Der Schmidt Max ist ein Sympathieträger, der offen auf die Welt zugeht: "Ganz grundsätzlich mag ich Menschen." (Bild: BR/south & browse GmbH/Schelke Bonnetsmüller)

Der Mann mit den kultigsten Backenbart im deutschen Fernsehen hat jetzt noch mehr Sendezeit: In der BR-Reihe "Der Schmidt Max auf der Suche"-Reihe, die am 29. Januar und 5. Februar jeweils montags im Dritten zu sehen ist, geht es auf Erlebnisreisen mit tollen Menschen.

Beinahe hätte der Mann mit dem verschmitzten "Bazi"-Lächeln, den markant buschigen Koteletten und der Extraportion Charme, Menschenliebe und Neugier seinen Beruf verfehlt. Kaum zu glauben, aber wahr: Der Schmidt Max, geboren 1968 in München, hat doch tatsächlich einen Installateursberuf erlernt, kehrte der Klima- und Lüftungstechnik dann aber noch rechtzeitig den Rücken, wie er im Interview zu seiner neuen Reportage-Reihe verrät. Immerhin geht es in den neuen "Der Schmidt Max auf der Suche"-Folgen, aktuell noch ausgestrahlt am Montag, 29. Januar, sowie am Montag, 5. Februar, jeweils zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr, im BR-Fernsehen, um die Frage nach dem Lebensglück und um die richtigen Entscheidungen. Auf seine unverwechselbar zugewandt Art geht der Ur-Bayer mit dem dialektal nachgestellten Vornamen auf die Menschen zu - und stellt typische Schmidt-Max-Fragen. Und natürlich kommt der Humor dabei nicht zu kurz.

So kennt und liebt man den stets zugewandten Moderator und Schauspieler, der seiner zweiwöchentlichen BR-Magazin-Reihe "Freizeit" (jeweils sonntags, um 18.45 Uhr, im Wechsel mit "Bergauf-Bergab") weiterhin treu bleibt. Und falls doch noch ein neuer Rita-Falk-Krimi der kultigen "Eberhofer"-Filmreihe gedreht wird, steht der Schmidt Max natürlich sofort bereit. Ehrensache!

teleschau: Hallo Max, Sie sind ja viel unterwegs, nicht zuletzt für ihre vielen BR-Sendungen. Wo genau findet man denn nun das Glück?

Schmidt Max: Natürlich ist immer wichtig: Gesundheit und dass es allen gut geht. Aber einmal abgesehen davon findet man das Glück eigentlich überall.

teleschau: Wirklich?

Schmidt Max: Vorausgesetzt, dass man hinschaut. Und dass man das Glück auch sehen möchte. Es muss ja nicht immer das große sein. Der Wald hat ja doch viele Bäume. Und die kann man alle einzeln erkennen.

"Ich glaube schon, dass ich die Menschen in ihrem Inneren ein bisschen aufsperren kann, damit es nicht zu den platten Sprücherlweisweiten kommt", sagt der Schmidt Max über seine Fragetechnik. "Über Humor merkt man auch gleich viel mehr, wie ein Mensch funktioniert." (Bild: 2018 Getty Images/Hannes Magerstaedt)
"Ich glaube schon, dass ich die Menschen in ihrem Inneren ein bisschen aufsperren kann, damit es nicht zu den platten Sprücherlweisweiten kommt", sagt der Schmidt Max über seine Fragetechnik. "Über Humor merkt man auch gleich viel mehr, wie ein Mensch funktioniert." (Bild: 2018 Getty Images/Hannes Magerstaedt)

"Das große Glück, genau das zu tun, was mir von Herzen Spaß macht"

teleschau: Also haben Sie jetzt keinen Tipp für die Reise ins sichere Glück?

Schmidt Max: Es ist egal, ob du im Süden, im Norden, im Westen oder im Osten bist - und wahrscheinlich könnte man das auch auf die ganze Republik ausdehnen: Es gibt so viel feines Glück, das man finden kann. Das hat mich bei meinen neuen "Suche"-Sendungen echt beeindruckt, muss ich sagen.

teleschau: Trotzdem ist das Drehen auch Arbeit, wahrscheinlich mit eng getakteten Zeitplänen, Reise-Tagen und Vorbereitungsphasen. Macht denn der Fernsehjob auch glücklich?

Schmidt Max: Ja, total.

teleschau: Man sieht ja manchmal nicht, wie stressig es war ...

Schmidt Max: Stimmt schon. Aber sagen wir mal so: Ich weiß, was ich an Arbeit nicht machen möchte. Weil die habe ich ja schon gemacht.

teleschau: Worauf spielen Sie an?

Schmidt Max: Auf meine Zeit bei der Klima- und Lüftungstechnik. Von da komme ich ja her. Das war so gar nicht meins. Andere mögen so eine Arbeit sicher ganz gern. Aber ich eben nicht. Insofern weiß ich jeden Tag, an dem ich vor oder hinter der Kamera arbeiten darf, wirklich zu schätzen. Ich habe das große Glück, letztendlich genau das zu tun, was mir von Herzen Spaß macht.

teleschau: Beneidenswert.

Schmidt Max: Das ist mein Glück! Jeder Tag Arbeit ist deswegen für mich so wertvoll. Wenn ein Tag keinen Spaß macht, ist er eigentlich ein verlorener Tag. Das lasse ich nicht zu. Ich kann Arbeit einfach nicht griesgrämig hinter mich bringen. Ich glaube, das ist aber auch das, was man unseren Sendungen anmerkt: Mir ist die Atmosphäre wichtig, die wir beim Drehen haben. Es geht darum, dass man nicht nur gibt, sondern für sich persönlich auch viel mitnehmen kann.

Menschenfreund: Moderator Schmidt Max (rechts) hat die Fähigkeit, sponatan auf seine Gesprächspartner zuzugehen und authentische Fragen zu stellen. (Bild: BR/south & browse GmbH/Joachim Walther)
Menschenfreund: Moderator Schmidt Max (rechts) hat die Fähigkeit, sponatan auf seine Gesprächspartner zuzugehen und authentische Fragen zu stellen. (Bild: BR/south & browse GmbH/Joachim Walther)

"Wenn man sich mit Menschen beschäftigt, demaskieren sie sich irgendwann selber"

teleschau: Wie schwer fällt es Ihnen, sich immer wieder aufs Neue auf Leute einzulassen?

Schmidt Max: Ganz grundsätzlich mag ich Menschen. Und man sollte es sich nicht zu einfach machen mit ihnen. Es stimmt schon: Ich habe vieles schon gesehen, aber lange nicht alles darin entdeckt. Ich denke, letztendlich ist das die große Qualität in meinem Leben: Ich kann mich 140-mal in den gleichen Biergarten setzen. Und ich finde 140-mal immer etwas, was ich daraus mitnehmen kann.

teleschau: Man darf sich natürlich nicht jede Geschichte aufs Brot schmieren lassen. Wie vorsichtig muss man als Glückssucher sein, dass die Leute einem nicht irgendwelche vorgefertigten Kalendersprüche aufsagen?

Schmidt Max: So was merke ich schnell. Wenn man sich mit Menschen beschäftigt, demaskieren sie sich irgendwann selber. Es ist nicht wirklich nachhaltig, wenn jemand irgendwas vor sich herträgt, was er eigentlich gar nicht lebt. Ich glaube schon, dass ich die Menschen in ihrem Inneren ein bisschen aufsperren kann, damit es nicht zu den platten Sprücherlweisweiten kommt. Über Humor merkt man auch gleich viel mehr, wie ein Mensch funktioniert.

teleschau: Gehört es Ihrer Meinung nach zur runden Persönlichkeit dazu, dass man sich augenzwinkernd auch mal infrage stellt und über sich lachen kann?

Schmidt Max: Unbedingt! Ich habe einen Beruf, den übe ich aus, weil ich ihn kann. Oder jedenfalls, weil er mir Spaß macht. Ob ich ihn wirklich gut mache, müssen andere beurteilen. Die Menschen, mit denen wir sprechen, haben selber ihre eigenen Berufe und Existenzen. Das ist für mich Augenhöhe. Nur weil ein Mensch im Fernsehen zu sehen ist, ist er nichts Besseres oder ist stärker vom Glück gestreichelt. Humor erinnert uns zum Glück immer wieder daran, uns nicht zu wichtig zu nehmen.

Schaut sich gern um und hört gern zu: "Es geht darum, dass man nicht nur gibt, sondern für sich persönlich auch viel mitnehmen kann", meint der Schmidt Max. (Bild: BR/south & browse GmbH/Schelke Bonnetsmüller)
Schaut sich gern um und hört gern zu: "Es geht darum, dass man nicht nur gibt, sondern für sich persönlich auch viel mitnehmen kann", meint der Schmidt Max. (Bild: BR/south & browse GmbH/Schelke Bonnetsmüller)

"Ich probiere doch auch durchaus gerne mal was aus"

teleschau: Dass Ihr Beruf viele schöne Erlebnisse und Begegnungen mit sich bringt, sieht man. Trotzdem: Wachen Sie manchmal nachts schweißgebadet auf, wenn Sie an die abenteuerliche Fernseh-Nacht in der Steilwand oder ans Bungee-Springen in den Sendungen zurückdenken?

Schmidt Max: Kommt schon vor. Das sind oftmals Sachen, die hätte ich ganz persönlich nicht auf meine Lebensagenda gesetzt. Aber das Tolle an meinem Beruf ist dann ja doch: Ich darf solche Sachen machen. Und ich könnte auch jederzeit sagen, dass ich so was Halsbrecherisches auch mal lieber nicht drehen möchte. Die Freiheit habe ich, die sollte jeder haben! Aber das Schöne ist: Ich probiere doch auch durchaus gerne mal was aus.

teleschau: Wenn's um die Hornschlittenrennen oder das Skispringen geht: Keine Angst um die eigenen Knochen?

Schmidt Max: Doch! Aber man muss sich was trauen. Und im besten Fall stellt man sich dann auch nicht allzu blöd an.

teleschau: Lassen sich die Kollegen wenigstens für Sie einen pfleglichen Rhythmus einfallen. In dem Stil von: Nach zwei oder drei solchen Action-lastigen Sendungen kommt zur Nervenberuhigung für Sie mal wieder was zum Essen dran und Sie dürfen Kaiserschmarrn kochen?

Schmidt Max: Schön wär's. Ich nehme es wirklich gern so, wie es kommt. Die Balance stimmt sowieso, finde ich. Aber klar: Ich esse gern.

teleschau: Manchmal sieht das ja nach Lieblingsbeschäftigung aus: Sie heben gern mal den Topfdeckel hoch!

Schmidt Max: Neugier ist für mich was ganz Grundsätzliches. Aber ich bin ein Genussmensch. Sich zu spüren in der Steilwand kann ein Genuss sein - genauso wie das Reinschmecken in die Kochtöpfe. Mit einem tollen Menschen Zeit zu verbringen, ist ja auch ein Genuss. Im Prinzip bin ich ja der Zuschauer. Im besten Fall kann er mit mir durch die Sendung gehen, weil er sich ein bisschen so fühlt wie ich - und genauso genießt!

teleschau: Geht es mit der neuen "Suche"-Sendereihe weiter? Oder haben Sie das Glück gefunden?

Schmidt Max: Keineswegs. Es gibt natürlich viel mehr Themen. Und noch so viele wunderbare Menschen, denen ich begegnen möchte. Wir wollen zeigen, wie viel Gutes es im Land gibt. Das ist ja auch nicht unwichtig in der heutigen Zeit - in der so mancher dem anderen schnell mal auf den Kopf haut. Die Menschen schaffen so viele feine, wirklich schöne Strukturen. Das macht mir doch echt Hoffnung. So was zu zeigen, war mir das Anliegen bei der neuen Serie. Hier habe ich die Zeit, mich in aller Ruhe mit den Menschen und deren Geschichten zu beschäftigen. Ich ratsche gerne! Aber mit Spruchweisheiten gebe ich mich nicht zufrieden: Da möchte ich schon mehr wissen, von ihrer Motivation und auch von den Brüchen in ihren Leben.

Muss man mal ausprobieren: Der Schmidt Max (rechts) turnt beim Berg-Yoga mit. (Bild: BR/south & browse GmbH/Schelke Bonnetsmüller)
Muss man mal ausprobieren: Der Schmidt Max (rechts) turnt beim Berg-Yoga mit. (Bild: BR/south & browse GmbH/Schelke Bonnetsmüller)

Ein neuer Rita-Falk-Krimi?

teleschau: Wie wichtig ist in Ihrem Gesamt-Max-Mix die Schauspielerei?

Schmidt Max: Ich liebe es sehr, mich auch mal ganz anders auszuleben - und etwa in ein gut geschriebenes Drehbuch oder eine neue Person zu stürzen. Ich komme auch ein wenig vom Theater. Schauspielerei ist eine gute Ergänzung - mit Rollen, die ich mir erarbeite und in die ich gerne schlüpfe.

teleschau: Hat ja dann auch den Vorteil, dass man zu Hause die Vor-Recherchen für Ihre Rolle des Wirts Wolfi aus den "Eberhofer"-Krimis dadurch rechtfertigen kann, dass man sich noch ein bisschen tiefer ins Wirtshausleben einarbeiten muss.

Schmidt Max: Exakt. Es ist ja grundsätzlich so, dass aus dem Wirtshausleben sehr viel Gutes entstehen kann.

teleschau: Wie es mit den Dreharbeiten für neue Rita-Falk-Krimis angeht, steht aber noch nichts fest, oder?

Schmidt Max: Nein, persönlich weiß ich von noch nichts. Wir haben echt viele Filme gedreht. Wenn noch was kommt: Ich bin da! Und der Wirt Wolfi ist sowieso in der Wirtschaft.

teleschau: Die Schankschürze ist schnell wieder umgebunden.

Schmidt Max: Ehrensache! Das wäre überhaupt kein Problem.

Alle Folgen der zunächst vierteiligen Reihe "Der Schmidt Max auf der Suche", produziert von der Münchner Produktionsfirma south&browse GmbH fürs BR-Fernsehen, stehen in der ARD-Mediathek zur Verfügung. Dort sowie über die Seite https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/freizeit/index.html finden sich natürlich auch die vielen schönen "Freizeit"-Folgen mit dem Schmidt Max.

Sportlich unterwegs: Der Schmidt Max (links) erkundet die schönsten Gegenden Bayerns - gern auch auf dem Drahtesel. (Bild: BR/south & browse GmbH/Daniela Schiffer)
Sportlich unterwegs: Der Schmidt Max (links) erkundet die schönsten Gegenden Bayerns - gern auch auf dem Drahtesel. (Bild: BR/south & browse GmbH/Daniela Schiffer)