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"Schnellkochtopf der Verzweiflung": UN warnen vor israelischer Offensive in Rafah

Mitglieder der islamistischen Hamas haben angekündigt, ein geplantes Waffenstillstandsabkommen prüfen zu wollen. Die Vereinbarung würde demnach längere Kampfpausen in Gaza und den Austausch israelischer Geiseln gegen palästinensische Gefangene beinhalten.

Zuvor hatten jedoch auch Vertreter aus Ägypten, Israel, Katar und den USA ein anderes Abkommen vorgeschlagen - das allerdings keinen dauerhaften Waffenstillstand vorsieht. Aus Israel beharrt darauf, weiterkämpfen zu wollen, bis die Hamas zerschlagen sei.

Die Armee will demnach ihre Kämpfe einem Medienbericht zufolge in den südlichsten Teil des Gazastreifens ausweiten. In der Region sollen sich derzeit mehr als 1,3 Millionen Menschen aufhalten.

Chan Yunis war in den vergangenen Wochen ein Hauptziel der israelischen Truppen. Dort seien die Operationen fast abgeschlossen, sagte Verteidigungsminister Joav Galant. Die Vereinten Nationen warnten indes vor einer Katastrophe.

"In den vergangenen Tagen sind weiterhin Tausende Palästinenser in den Süden geflohen, wo bereits mehr als die Hälfte der rund 2,3 Millionen Einwohner Gazas leben", erklärte Jens Laerke, Sprecher des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten. Die meisten würden in provisorischen Unterkünften, Zelten oder im Freien leben. "Rafah ist ein Schnellkochtopf der Verzweiflung, wir haben Angst vor dem, was als nächstes kommt."

Wie das Vorrücken nach Rafah an der Grenze des Gazastreifens mit Ägypten vonstattengehen sollte, bleibt unklar. Bislang war die Region außer Reichweite der israelischen Bodentruppen.