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"Schon so viele Freunde verloren": "Goodbye Deutschland"-Kinder ziehen bitteres Fazit

"Viel erlebt" haben die Reitingers in ihren Wohnmobil-Jahren. (Bild: RTL)
"Viel erlebt" haben die Reitingers in ihren Wohnmobil-Jahren. (Bild: RTL)

Im Wohnmobil die Welt erkunden - das war der Traum der "Goodbye Deutschland"-Auswanderer Lissy und Andreas Reitinger, den sie Ende 2017 in die Tat umsetzten. Immer mit dabei: ihre vier Kinder. Doch die hatten nach Jahren der Rastlosigkeit nur einen Wunsch, wie die VOX-Doku zeigte: endlich ankommen.

Sie habe "nicht das Gefühl, dass die Kinder traurig sind, dass sie ein anderes Leben leben", antwortete "Goodbye Deutschland"-Auswanderin Lissy Reitinger (39) auf Nachfrage des VOX-Teams. Es gebe natürlich "immer Sehnsüchte", das sei aber bei Kindern mit einem "normalen" Leben nicht anders. Da ist sicher etwas dran. Auch wirkten die vier Kinder, die die Religionslehrerin mit ihrem Mann Andreas (41) hatte, in der jüngsten Folge der VOX-Auswandererdoku tatsächlich nicht unglücklich, wohl aber etwas erschöpft.

In Wien hatte das Paar zur Finanzierung sein Reihenhaus verkauft und war kurz nach der Geburt der jüngsten Tochter Linn Ende 2017 zur ihrem Abenteuertrip aufgebrochen. Im Camper waren die sechs quer durch Europa gereist, bevor sie im Oktober 2020 in der Nähe der spanischen Stadt Murcia wieder ein Haus bezogen. Auch das sollte allerdings nur eine vorübergehende Bleibe werden, langfristig strebten die Reitingers einen Umzug nach Florida an. Coronabedingt hatte der sich verzögert, nun aber sollte es endlich so weit sein.

Ein letztes Mal hieß es - diesmal in Florida - ganz viel herumfahren, aber diesmal mit einem klaren Ziel: Die Familie wollte den Ort finden, an dem sie wieder sesshaft werden wollte. Orlando vielleicht oder Tampa? Nach einigen Diskussionen einigte man sich auf Sarasota. Hier am Strand fühlten sich alle wohl.

Hier leben? Das Haus, das die Reitingers hier in Florida besichtigen, würde 3.000 Euro Miete kosten. Zu viel!  (Bild: RTL)
Hier leben? Das Haus, das die Reitingers hier in Florida besichtigen, würde 3.000 Euro Miete kosten. Zu viel! (Bild: RTL)

"Eine Mischung aus Amazon, eBay": Auswanderer träumt von eigener Firma

Die älteste Tochter Lilli (15) träumte bereits davon, nach Jahren des Homeschoolings wieder zur Schule gehen und später Psychologie studieren zu können. Und Schwester Ellis (10) wollte "endlich Freunde haben! Ich hab' so viel schon erlebt, aber ich will einfach Freunde haben. Weil mit Freunden hat man halt mehr Spaß." Zuletzt hatte sie sich in Spanien mit einigen Kindern angefreundet, wusste aber, dass sie auch diese wieder würde verlassen müssen: "Ich hab' schon so viele Freunde verloren ...", lautete ihr geknicktes Fazit, dem sie jedoch gleich hinzufügte: "Aber auch wieder gefunden." Lilli dagegen fand das Alleinsein weniger schlimm: "Ich bin Einzelgängerin." Dennoch fragte sie sich manchmal, was ihre Eltern "da so machen".

Tja, was machten sie? "Planlos geht der Plan los", sei zwar ihre Devise, betonte Mama Lissy. "Wir lassen immer alles auf uns zukommen." Dass man aber auch mal was tun muss, um voranzukommen, schien ihr etwas mehr bewusst zu sein als Ehemann Andreas - wobei der das sicher anders sah. Immerhin arbeitete er eifrig an einem Konzept für einen Online-Handel, der ihm ein Investorenvisum für die USA sichern sollte. "Verkaufen von Waren" war sein noch sehr vage klingender Plan. "So eine Mischung aus Amazon, eBay ..." Immerhin eine Lagerhalle mietete er schon mal für zwölf Monate an. Doch ob der gelernte Orthopädieschuhmacher damit bei den Behörden würde punkten können?

Zurück in den Camper? Kinder erteilen Vorschlag ihrer Eltern eindeutige Absage

Auf einen Anwalt, der ihnen bei der Beantragung des Visums helfen könnte, verzichtete der sparsame Andreas lieber, und auch Lissy traute sich zu, "das selbst zu machen". Ob es an der fehlenden juristischen Hilfe lag oder an der noch allzu großen Vagheit des Geschäftskonzeptes: Letztlich wurde der Antrag zur großen Enttäuschung der Reitingers abgelehnt. Man dürfe es aber gerne wieder versuchen, hieß es in der entsprechenden Mail der Botschaft.

Was nun? Wieder einmal standen die Reitingers vor dem Ungewissen, wieder einmal mussten sich die Kinder gedulden. Nur bei einem waren die Kids sich sicher: Zurück in den Camper wollen sie nicht mehr. Als Lissy bei ihrem Sohn Till (12) anklopfte, ob er sich das noch mal vorstellen konnte, war dessen entgeisterte Antwort nur: "Du fragst mich das ernsthaft?", während Schwester Lillis Antwort eindeutig war: "Nein." VOX bleibt dran ...