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Schuldirektor verliert Pensionszahlungen, weil er am Automaten Kaffee klaut

Geklauter Kaffee brachte einen Schulleiter in eine äußerst prekäre Situation. (Bild: Getty Images)
Geklauter Kaffee brachte einen Schulleiter in eine äußerst prekäre Situation. (Bild: Getty Images)

Darf es auch ein bisschen mehr sein? Sowas in der Art muss einem 59-Jährigen Mann in Japan durch den Kopf gegangen sein, als er an einem Selbstbedienungsautomaten Kaffee holen wollte. Für unbezahlten Kaffee musste der Schulleiter eine harte Strafe einstecken. Er wurde aus dem Dienst entlassen und verliert damit eine Rente in Höhe von 133.000 US-Dollar.

In Japan basieren viele Annehmlichkeiten auf Vertrauensbasis. Dazu gehört auch die Selbstbedienung an Kaffeeautomaten in Lebensmittelgeschäften, wie Japan Today berichtet.

Demnach bekommt ein Kunde nach der Bezahlung eines Heißgetränks einen leeren Becher und kann dann selbst zwischen verschiedenen Kaffeegrößen und -qualitäten wählen, ohne dabei vom Personal beobachtet zu werden. Die Verkäufer setzen dabei volles Vertrauen in ihre Kunden.

Pro Kaffee 44 Cent unterschlagen

Die Zeitung berichtet in diesem Zusammenhang von einem 59-Jährigen, bei dem hart durchgegriffen wurde, nachdem er nur eine kleine Tasse Kaffee für 110 Yen (umgerechnet rund 68 Cent), bezahlt, sich aber dann am Automaten eine große für 180 Yen (1,12 Euro) genehmigt hatte.

Die Differenz der nicht bezahlten 44 Cent kamen den Mann teuer zu stehen. Dem Bericht zufolge hat er sich insgesamt sieben Mal hinreißen lassen, einen zu großen Kaffee zu nehmen, bis seine "Tarnung" aufgeflogen sei, als er in der Mittagspause in einem Supermarkt erneut einen Kaffee für 110 Yen bestellte.

Verkäufer rief die Polizei

Der Verkäufer hatte den Vorfall beobachtet, die Polizei gerufen, und der Kaffeedieb wurde festgenommen. Nach dem Verhör kam der Mann wieder auf freien Fuß. Doch weil er Rektor an einer Schule nahe des Supermarkts war, bekam die Bildungsbehörde von dem Diebstahl Wind. Die verhörte den 59-Jährigen erneut, der seine sieben Vergehen bereitwillig zugab. Er sagte bei der Vernehmung, er habe es "aus einem spontanen Impuls heraus" getan und erklärte, dass es ihm "wirklich leid" tue.

Infolgedessen habe die Bildungsbehörde wegen "grober Verfehlungen, die sich für einen Beamten im Bildungswesen nicht ziemen" seine Entlassung angeordnet, so Japan Today.

Im Netz wird diskutiert: Ist die Strafe gerechtfertigt?

Der Fall macht nicht nur innerhalb Japans Schlagzeilen. Auch die New York Post berichtete über den Fall und errechnete, dass der Schulleiter durch seine Vergehen 133.000 US-Dollar Ruhestandszahlungen verliert.

Ob das gerechtfertigt ist, entfachte im Internet, und auch unter den Lesern der NY Post umfangreiche Diskussionen. "Die Strafe ist übertrieben, zeigt aber, wie wichtig für die Japaner persönliche Ehre und Ehrlichkeit sind", heißt es in den Kommentaren, oder: " Stellen Sie ihn wieder ein." Auf der anderen Seite finden einige auch: "Amerika kann von Japan lernen", und wiederum andere meinen, der Mann habe sich die Konsequenzen selbst zuzuschreiben: "Mit den Rentenansprüchen, die er verloren hat, hätte er etwa 100.000 große Kaffeebohnen kaufen können."