Schwarzer Schnee sucht sibirische Bergbauregion heim

Mirja Mattis

Im Internet kursieren derzeit Bilder aus mehreren kleinen sibirischen Städten, deren Straßen von schwarzem Schnee gesäumt sind. Bewohner und Umweltaktivisten machen dafür mangelnde Sicherheitsstandards in den nahegelegenen Kohlebergwerken im weitläufigen Kusnezker Becken verantwortlich.

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“Unheimlicher schwarzer Schnee bedeckt eine sibirische Region und löst bei den Einheimischen Sorgen um Umweltverschmutzung aus. Es sind gespenstische Bilder von dunklen Schneelandschaften – die makellos weiß sein sollten. Schuld daran soll der Rauch der Kohlekraftwerke sein, der nicht gut gefiltert wird.”

Russische Kleinstädte im sibirischen Verwaltungsgebiet Kemerowo haben derzeit mit einem massiven Umweltproblem zu kämpfen. Knöchelhoher schwarzer Schnee bedeckt die Straßen, der Kontakt mit dem dunklen Niederschlag soll giftig sein. Derzeit stellen Behörden laut der lokalen Zeitung “The Siberian Times” Nachforschungen über den Grund des Phänomens an.

Doch für viele ist die Schuld bereits ausgemacht: Offene Tagebaue im nahegelegenen Kusnezker Becken, das auch Kusbass genannt wird, sollen für den schwarzen Schnee verantwortlich sein. Der Direktor eines der Kohleweke hat lokalen Medien laut “Geek.com” berichtet, dass eine Filteranlage ausgefallen sei.

In Sibirien liegen einige der größten Kohleabbaugebiete der Welt. (Symbolbid: Getty Images)
In Sibirien liegen einige der größten Kohleabbaugebiete der Welt. (Symbolbid: Getty Images)

Kusbass: Tagebau auf 70.000 Quadratmetern

Im Kusnezker Becken, wird auf 70.000 Quadratmetern Steinkohle abgebaut. In der Region leben 2,6 Millionen Menschen, deren Gesundheit akut gefährdet ist, wie der “Guardian” mit Bezug auf Umweltaktivisten schreibt.

Demnach sei die Lebenserwartung hier beispielsweise drei bis vier Jahre geringer als in anderen Teilen Russlands. Krankheiten wie Krebs, Kinderlähmung oder Tuberkulose kämen in Kusbass auffallend häufig vor. Aktivisten werfen der russischen Regierung vor, die Missachtung von Umweltschutz- und Gesundheitsvorschriften nur selten zu ahnden.

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“Russland ist ein Land von außergewöhnlicher natürlicher Schönheit und Vielfalt. Aber der schiere Mangel an Umweltschutzbestimmungen wirkt sich verheerend auf die Bewohner in Kusbass aus. Hier gab es gestern Abend SCHWARZEN SCHNEE.”

“Die Luft hier ist voll von Kohlenstaub”

Den Umweltaktivisten Vladimir Slivyak wundert das Phänomen nicht. “Die Luft hier ist voll von Kohlenstaub,” sagt er gegenüber der britischen Zeitung, “wenn Schnee fällt, wird der Staub sichtbar. Man kann ihn den Rest des Jahres nicht sehen, aber er ist trotzdem da.”

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“[…] In der sibirischen Region Kusbass, einem der größten Kohleabbaugebiete der Welt, wo 2,6 Millionen Menschen leben, ist kürzlich schwarzer Schnee gefallen. Die Gegend ist wegen der unsachgemäß gewarteten Fabriken und Tagebauen von giftigem Steinkohlenstaub umgeben.”

Laut lokalen Medien trifft sich ein stellvertretender Gouverneur der Oblast Kemerowo, Andrei Panov, derzeit mit örtlichen Umweltaktivisten, um die Lage zu besprechen. Der Politiker, der für Umweltfragen verantwortlich ist, soll laut “The Siberian Times” zu bedenken gegeben haben, dass die Schuld nicht nur bei den Kraftwerken gesucht werden könne. Demnach seien auch Kohleöfen und Autoabgase als Verursacher für den Schwarzen Schnee in Betracht zu ziehen.

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“Schwarzer Schnee in Kussbass (Russland)”