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Sorgen vor Heim-EM: Verschärft sich die Sicherheitslage?

Sorgen vor Heim-EM: Verschärft sich die Sicherheitslage?
Sorgen vor Heim-EM: Verschärft sich die Sicherheitslage?

Wenn die Ukraine und Israel ab Donnerstag um eines der letzten EM-Tickets spielen, schaut auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser genau hin. Denn: Sollte sich eines der beiden Länder über die Play-offs für das Turnier im Sommer qualifizieren, dürfte sich die ohnehin schon angespannte Sicherheitslage noch einmal verschärfen. Für die Ukraine und Israel geht es in erster Linie um einen ganz großen Traum.

Israels Mannschaft will zeigen, dass „wir stolz auf unser Land sein können und die Stimmung etwas auflockern“, sagte Trainer Alon Hazan vor dem Halbfinale gegen Island. Und Ukraine-Stürmer Mychajlo Mudryk will gegen Bosnien und Herzegowina „sofort loslegen und zeigen, was wir drauf haben - und gewinnen.“

Doch in die Vorfreude auf die große Fußball-Party bei der Heim-EM mischt sich längst auch die Sorge um die Sicherheit. Hacker-Attacken, Fan-Krawalle oder Terror-Anschläge sind mögliche Bedrohungen. Und so bereiten sich nicht nur die Teams intensiv vor, auch bei der Polizei laufen die Planungen auf Hochtouren.

Faeser: „Sicherheit hat die höchste Priorität“

„Sicherheit hat die höchste Priorität“, sagt Faeser (SPD), die gemeinsam mit ihren Kollegen aus den Ländern im Dezember ein „nationales Sicherheitskonzept“ erstellt hat. Es soll den 24 teilnehmenden Mannschaften und den erwarteten zwölf Millionen Besuchern den größtmöglichen Schutz bieten.

In einer „schwierigen weltpolitischen Lage“ (Faeser) sind die Gefahren für die öffentliche Sicherheit enorm, das reicht von Cyberkriminalität bei Attacken auf das elektronische Ticketsystem über ferngesteuerte Drohnen bis zu extremistischen Anschlägen. Horrorszenarien wie im Oktober in Brüssel, wo zwei schwedische Fans am Rande eines Qualifikationsspiels erschossen sowie eine weitere Person verwundet worden waren, sollen unbedingt verhindert werden.

„Es werden alle Mittel eingesetzt, die notwendig und rechtlich möglich sind“, sagt Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen: „Für die Sicherheitsbehörden wird das kein Spaziergang sein.“ In Reuls Bundesland finden in vier Stadien nicht nur 20 der 51 Spiele statt, dort ist in Neuss auch das Lagezentrum von Bund und Ländern eingerichtet, alle Fäden der Bundessicherheitsbehörden laufen im „International Police Cooperation Center“ (IPCC) zusammen.

Wie schon bei der WM 2006 setzt die Polizei auch diesmal wieder auf die Unterstützung von Kollegen aus dem Ausland, aus allen Teilnehmerländern werden Beamte vor Ort sein. Die Idee dahinter: Hooligans reagieren anders, wenn sie ihrer heimischen Polizei gegenüberstehen. „Wir werden die Fußball-Europameisterschaft zu einem sicheren Turnier machen - für alle in unserem Land und für unsere Gäste aus der ganzen Welt“, sagt Faeser: „Wir sind gut gewappnet.“

Darauf baut auch UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, seine Befürchtungen kann er aber nicht verheimlichen. Die Deutschen werden sicher „gute Organisatoren“ sein, prophezeit der Slowene, aber: „In diesen verrückten Zeiten, in denen die Welt geostrategisch verrückt spielt, ist die Sicherheit die größte Sorge.“

Am Donnerstag stehen nun die Play-off-Halbfinals an, die Ukraine und Israel könnten sich über den Qualifikations-Weg B am Dienstag im Finale treffen - eine Qualifikation von einem der beiden Länder würde die Sicherheitslage aus Sicht Ceferins weiter verkomplizieren: „Meine Angst gilt nicht nur den Stadien, denn Stadien, da bin ich mir sicher, werden angemessen geschützt. Aber die Fans werden überall sein.“