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Spanisches Schiff testet maritimen Hilfskorridor für Gaza

Spanisches Schiff testet maritimen Hilfskorridor für Gaza

Am Samstag sticht die Open Arms von Zypern in Richtung Gaza in See. Sie ist Teil des Tests eines neuen humanitären Korridors, wie die Europäische Kommission am vergangenen Freitag erklärte.

Die Reise wird etwa zwei Tage dauern, sodass die Lebensmittel am Montag eintreffen sollte. Laut World Charity Kitchen (WCK) transportiert die Open Arms 200 Tonnen Reis, Mehl und andere Lebensmittel.

Wenn alles wie geplant verläuft, könnte für den Gaza-Streifen ein neuer Weg eröffnet werden, über den humanitäre Hilfe und Nahrungsmittel in das Kriegsgebiet gelangen können, um die derzeitige Hungersnot unter allen Flüchtlingen zu lindern.

Von israelischer Seite heißt es, der Seekorridor sei eine gute Idee, jedoch seien Sicherheitskontrollen erforderlich.

Bau eines schwimmenden US-Behelfshafens wird zwei Monate dauern

Die Vereinigten Staaten haben Einzelheiten über den Bau eines schwimmenden Hafen bekannt gegeben, den sie in Gaza errichten werden. Damit soll nach Angaben von US-Präsident Biden, um die Einfuhr humanitärer Hilfe ermöglicht werden.

Laut Pentagon könnte die Fertigstellung der Anlage zwei Monate dauern und 1.000 amerikanische Soldaten erfordern.

Die US-Truppen werden den schwimmenden Hafen im Meer errichten. Er wird maritimen Ölförderplatformen ähneln. Größere Schiffe können dann humanitäre Hilfe in Form von Nahrungsmitteln und Vorräten entladen. Sobald die Ladung entladen ist, transportieren kleine Militärschiffe die Hilfsgüter an Land.

Nach Angaben des Pentagons werden keine US-Truppen an Land eingesetzt werden. Noch ist nicht entschieden, wer die Hilfslieferungen an Land bringen soll.

Großbritannien wird beim Bau des provisorischen Hafens an der Küste des Gazastreifens helfen und hat bereits Ingenieure entsandt.

Ärzte ohne Grenzen: „Die schwimmende Brücke ist eine Ablenkung“

Seetransportprojekte werden von humanitären Hilfsorganisationen gerne genutzt, weil sie wesentlich kostengünstiger sind als LKW-Transporte oder „Airdrops“.

Einige Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen haben jedoch kommentiert, dass die Ponton-Brücke eine Ablenkung darstellt und dass die Lösung politisch sein sollte: „Die Vereinigten Staaten sollten auf einem sofortigen humanitären Zugang über bestehende Straßen und Zugangspunkte bestehen“, verlangte der Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen Avril Benoît.

Israelische Aktivisten blockieren die Einreise von Hilfsgütern

Unterdessen versuchen einige israelische Aktivisten wie die Gruppe „Order 9“, alle noch geöffneten Kontrollpunkte und Grenzpunkte zu blockieren.

Die als rechtsextreme Gruppierung eingestufte„Order 9“ blockierte am Freitag den Grenzübergang Nitzana und ließ keine Lastwagen einfahren.

Sie verlangen, dass keine Hilfe Gaza erreicht, bis alle Geiseln freigelassen sind.