SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: Ein Impfstoff reicht nicht

Ben Barthmann
·Sports Editor
·Lesedauer: 2 Min.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erwartet, dass der aktuelle Impfstoff im Kampf gegen das Coronavirus nicht ausreichen wird. Grund dafür sind die Mutationen.

Karl Lauterbach gilt als vorsichtiger Mahner in der Coronavirus-Pandemie - mit großem wissenschaftlichem Hintergrund. (Bild: Getty Images)
Karl Lauterbach gilt als vorsichtiger Mahner in der Coronavirus-Pandemie - mit großem wissenschaftlichem Hintergrund. (Bild: Getty Images)

“Die Wahrscheinlichkeit, dass wir mit diesem Impfstoff, wie er jetzt verimpft wird, langfristig über die Runden kommen, ist gleich null”, sagte Lauterbach bei Bild Live. Der studierte Epidemiologe hat großen Respekt vor den Varianten des Coronavirus: “Wir werden bald noch mal impfen müssen.”

Um für die “zweite Impfrunde” vorbereitet zu sein, sollte man sich schon jetzt rüsten, empfiehlt der SPD-Politiker. Dafür solle auch “mehr Geld in die Hand genommen” werden. Eine komplette Öffnung sehe er auch in den nächsten Monaten als äußerst unwahrscheinlich an.

Kombination von E484K und B.1.1.7 als Problem

Schon über Twitter hatte Lauterbach davor gewarnt, die Mutationen des Coronavirus zu unterschätzen. Bisher war allerdings oft angenommen, oder gehofft worden, dass die aktuell verfügbaren Impfstoffe auch gegen mögliche Mutationen schützen. Zuletzt hatten Studien diese Annahme gestützt.

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Doch Mutation ist nicht gleicht Mutation. Während die Variante B.1.1.7 offenbar von aktuell verfügbaren Impfstoffen ausgestochen wird, scheint die Variante E484K auch vor bereits infizierten oder gar geimpften Personen nicht Halt zu machen.

Äußerst problematisch wäre es, so twitterte Lauterbach, wenn sich B.1.1.7 und E484K zusammenfinden: Dann droht die schnelle Ansteckung der B.1.1.7 gepaart mit der Resistenz der E484K zu einer enormen Herausforderung zu werden. Diese Kombination könnte sogar schon geschehen sein.

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BioNTech erwartet schnelle Anpassung

Die Lösung? Eine stete Weiterentwicklung des Impfstoffes gepaart mit Maßnahmen gegen das Ausbreiten der Mutationen und das Erweitern der Kapazitäten in der Impfstoff-Produktion. Für die Privatperson bedeutet das, dass sehr wahrscheinlich mehr als eine Impfung nötig sein wird.

“Wir könnten die genetische Information für das jetzige Virusantigen einfach durch die neue, mutierte ersetzen. Das alles geht sehr schnell und würde vielleicht sechs Wochen dauern”, hatte schon BioNTech -Gründerin Özlem Türeci im Gespräch mit dem Spiegel gesagt.

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