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Ein Spielfilm über Alice Schwarzer oder ein Fantasy-Film, der neue Maßstäbe setzte: Die TV-Tipps für Fußball-Muffel

In dem zweiteiligen Spielfilm "Alice" schlüpft Schauspielerin Nina Gummich in die Rolle der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer.  (Bild: rbb / Alexander Fischerkoesen)
In dem zweiteiligen Spielfilm "Alice" schlüpft Schauspielerin Nina Gummich in die Rolle der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer. (Bild: rbb / Alexander Fischerkoesen)

Keine Lust auf Fußball aus Katar zur Primetime? Wir empfehlen pro WM-Turnierabend drei lohnende Alternativprogramme für WM-Muffel: Am Mittwoch ein Spielfilm über die Karriereanfänge von Alice Schwarzer, ein Fall für Privatdetektiv Wilsberg und ein Fantasy-Abenteuer, das 1987 neue Maßstäbe setzte.

Im ZDF treffen am Mittwoch, 30. November, um 20 Uhr Polen und Argentinien aufeinander, also Lewandowski und Messi. Wer mit Fußball nichts anfangen kann, findet auch an diesem Abend drei lohnenswerte Alternativen bei anderen Sendern.

Junggesellenabschied, von links: Trauzeuge Wilsberg (Leonard Lansink), Noch-Junggeselle Ekki (Oliver Korittke), Overbeck (Roland Jankowsky) und Ekkis Chef Grabowski (Vittorio Alfieri) wollen es im Krimi "Wilsberg - In Treu und Glauben" richtig krachen lassen. (Bild: ZDF / Thomas Kost)
Junggesellenabschied, von links: Trauzeuge Wilsberg (Leonard Lansink), Noch-Junggeselle Ekki (Oliver Korittke), Overbeck (Roland Jankowsky) und Ekkis Chef Grabowski (Vittorio Alfieri) wollen es im Krimi "Wilsberg - In Treu und Glauben" richtig krachen lassen. (Bild: ZDF / Thomas Kost)

"Alice" (ARD)

Seit 50 Jahren kämpft Alice Schwarzer für die Gleichberechtigung der Geschlechter. Mit ihren radikalen Aussagen stößt sie aber auch regelmäßig Menschen vor den Kopf. Am 3. Dezember feiert die Journalistin, Publizistin, Gründerin und Herausgeberin der Zeitschrift "Emma" ihren 80. Geburtstag. Der Zweiteiler "Alice" (Das Erste, 20.15 Uhr) von Nicole Weegmann (Regie), Daniel Nocke und Silke Steiner (beide Drehbuch) erzählt die Anfänge und Höhepunkte ihrer Karriere nach. Die Geschichte beginnt im Jahr 1964: Die junge Alice Schwarzer (fantastisch dargestellt von Nina Gummich) lebt als Au-Pair in Frankreich und träumt von einer Karriere als Journalistin. Schon bald verliebt sie sich in Bruno (Thomas Guené). Der sensible Franzose unterstützt sie bedingungslos bei ihren Karriereplänen, auch als sie sich der französischen Frauenrechtsbewegung anschließt. In Deutschland initiiert sie das Abtreibungsbekenntnis von 374 Frauen, darunter die bekannte Schauspielerin Romy Schneider (Valerie Pachner). Das nächtliche Vier-Augen-Interview, in welchem Schneider sich und Schwarzer als die "meistbeschimpften Frauen Deutschlands" bezeichnete, wird im Film nacherzählt, ebenso wie zunehmende Kritik an der Person Alice Schwarzer. So kommt es, dass "Alice" zu einem spannenden und wichtigen Film wird vor allem für diejenigen, die die gesellschaftlichen Umbrüche der 1960-er und 1970-er allenfalls aus den Erzählungen ihrer Eltern oder Großeltern kennen. Getragen wird die Geschichte dabei von dem großartigen Ensemble.

Krieger Madmartigan (Val Kilmer) steht dem Titelhelden in dem Fantasy-Abenteuer "Willow" mit Rat und Schwert zur Seite. (Bild: Kabel Eins / Motion Picture / 1988 Lucasfilm Ltd.)
Krieger Madmartigan (Val Kilmer) steht dem Titelhelden in dem Fantasy-Abenteuer "Willow" mit Rat und Schwert zur Seite. (Bild: Kabel Eins / Motion Picture / 1988 Lucasfilm Ltd.)

"Wilsberg: In Treu und Glauben" (ZDFneo)

Es ist wieder mal ein höchst gewagtes Drehbuch, das Arne Nolting und Jan Martin Scharf da zusammengezimmert haben. Aber so ist das eben, wenn "Wilsberg", der alteingesessene Privatdetektiv, ermittelt. Und: So ist es gut. Denn auch der 52. Fall, "In Treu und Glauben" (2016), der um 20.15 Uhr bei ZDFneo wiederholt wird, garantiert wieder beste Krimi-Unterhaltung. Kerstin Buckebrede (Isabell Polak) und Ekki Talkötter (Oliver Korittke) wollen heiraten, obwohl sie sich gerade einmal drei Monate kennen. Ob hier das Motiv "Liebe" ist, sei mal dahingestellt. Es geht wohl eher um eine gewisse beiderseitige Sehnsucht, nicht mehr alleine zu sein. Die Trauung soll Pfarrer Albers (Markus Knüfken) übernehmen, doch der liegt schon kurz darauf tot in seiner Wohnung. Vergiftet. Was auf eine Frau als Täterin hinweist, wie Kommissar Overbeck (Roland Jankowsky) messerscharf schließt. Kurz zuvor suchte eben jener Pfarrer - und das ist dann der erste von so vielen typischen "Wilsberg"-Zufällen - ausgerechnet Hilfe bei dem Privatdetektiv (Leonard Lansink). Eine Stalkerin stellte ihm nach. Rosemarie Dettmer (Steffi Kühnert) hätte demnach schon einmal ein Motiv, laut Kommissarin Springer (Rita Russek) wurde sie aufgrund eines ähnlichen Deliktes schon einmal verurteilt. Doch sie bleibt nicht die einzige: Schon bald gibt es eine ganze Flut von Verdächtigen samt Motiven.

"Willow" (Kabel Eins)

Was im Fantasy-Abenteuer "Willow" 1987 zu sehen war, legte den Grundstein für eine völlig neue Art des Filmemachens: Erstmals setzte Regisseur Ron Howard mit Unterstützung von George Lucas' Firma Industrial Light & Magic sehr realistisch wirkende, digitale Spezialeffekte um. Gemessen an aktuellen Maßstäben mögen die Tricks von damals linkisch wirken. Die Geschichte hat hingegen nichts an Spannung, Witz und Emotionen eingebüßt. Der titelgebende Held des Streifens wird eher unfreiwillig zum Retter: Eines Tages findet Zwerg Willow (Warwick Davis) ein Menschen-Baby im Schilf. Bald stellt sich heraus, dass die kleine Elora von der bösen Königin Bavmorda (Jean Marsh) getötet werden soll: Gemäß einer Prophezeiung ist sie es, die der Monarchin den Thron streitig machen wird. Zusammen mit dem Krieger Madmartigan (Val Kilmer) begibt sich Willow auf eine ebenso abenteuerliche wie gefährliche Reise, um das Kind zu schützen. Auch in Zeiten von "Harry Potter"- und "Herr der Ringe"-Verfilmungen gelingt es dem etwas altmodischen Abenteur "Willow", Magie auf den heimischen Bildschirm zu zaubern. Sympathische Helden, fiese Bösewichte und eine märchenhafte Geschichte ziehen in ihren Bann.