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"Es ist abartig": Österreich spielt verrückt

Österreich spielt verrückt, Österreich steht kopf! Nach dem 30:29-Erfolg im ersten Hauptrundenspiel der Handball-EM gegen die bis dato unbesiegten Ungarn steht die Auswahl von Trainer Ales Pajovic mit 3:1-Punkten hinter Frankreich auf Platz zwei der Tabelle – und damit vor dem direkten Duell am Samstag vor Deutschland (2:2).

„Das Märchen geht weiter“, jubelte die auflagenstarke Kronen-Zeitung und stellte genüsslich fest: „Auch wenn am Samstag viel für die Gastgeber spricht: Der liegt in der Tabelle aber hinter Österreich.“

Ex-Bundesliga-Star: „Es ist abartig“

Normalerweise sei Handball in Österreich eine „Randsportart“, sagte der ehemalige Bundesliga-Profi Robert Weber, stellte nun aber erstaunt fest: „Jetzt sind wir überall. Wir werden da so ein bisschen ferngehalten, aber es ist abartig. Es geht zu, das ist Wahnsinn. Aber auch zurecht und auch verdient, finde ich. Das ist einfach hammergeil.“

Er sei „so stolz auf meine Mannschaft, dass wir das geschafft haben, hier in Deutschland so eine Explosion auszulösen“.

Es sei „ganz, ganz schwer zu erklären“, was da gerade mit der Mannschaft und dem österreichischen Handball passiere, sagte Weber auf SPORT1-Nachfrage: „Das ist einfach unglaublich. Ich habe das Gefühl, dass wir die lockerste und entspannteste Mannschaft hier sind.“

Weber: „Ich bin der Opa, der außen mitturnt“

Rückraum-Star Nikola Bilyk vom THW Kiel betonte: „Wir entfachen eine riesengroße Euphorie in Österreich. Wir als Mannschaft haben einfach extrem viel Spaß, zusammen Handball zu spielen. Wir genießen jeden Moment, den wir hier erleben.“

In der Mannschaft gibt es viele Freundschaften, einige Spieler kennen sich schon seit frühen Jugendjahren - und der 38 Jahre alte Weber ist „da so ein bisschen der Papa oder Opa, der auf außen ein bisschen mitturnt.“

Nun steht das Spiel gegen den großen Nachbarn aus Deutschland an (Samstag, ab 20.30 Uhr im LIVETICKER).

Österreich in Köln gegen Deutschland: „Fast ein Privileg“

„Was gibt es Schöneres, als gegen das Heimteam in Köln zu spielen? Die Vorfreude ist riesengroß. Wir werden alles reinwerfen wie heute und die letzten Spiele“, meinte Abwehrchef Lukas Herburger zu SPORT1: „Dann schauen wir, ob wir die Deutschen ärgern können.“

Weber freut sich „einfach riesig. In Köln, im Mekka des Handballs, gegen die deutsche Nationalmannschaft, bei ihrem Heimturnier. Wir werden einfach kommen und das ganze genießen. Die Stimmung wird hervorragend sein.“ Für den Routinier ist es „eines der größten Spiele, die man überhaupt bestreiten kann“.

Bilyk erwartet „eine riesengroße und geile Atmosphäre, einen Hexenkessel. Wir freuen uns alle darauf, hier in dieser Arena gegen Deutschland spielen zu dürfen. Das ist fast ein Privileg. Wir können es kaum erwarten, haben eine riesige Vorfreude.“

„Team der Stunde“: Turnier soll für Österreich „niemals enden“

Und Deutschland ist gewarnt. „Die Österreicher werden uns jetzt vor eine riesige Herausforderung stellen, für mich sind sie das Team der Stunde. Das Team ist brandgefährlich“, sagte der deutsche Hexer Andreas Wolff nach dem Erfolg in der Nervenschlacht gegen Island.

„Unterschätzt werden wir nicht mehr“, weiß auch Weber, der Hoffnungen auf einen Handball-Hype in der Skination hat.

„Ich glaube, dass wir mit dieser Mannschaft bewirken, dass etwas ganz, ganz Großes in Österreich passiert. Da können wir richtig stolz drauf sein. Das Turnier soll niemals enden.“