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Dieser Auftritt hatte es in sich!

Nach den schwachen Auftritten der deutschen Nationalmannschaft gegen die Türkei (2:3) und Österreich (0:2) hat Stefan Effenberg im STAHLWERK Doppelpass kein gutes Haar an seinen Nachfolgern im DFB-Dress gelassen.

Der SPORT1-Experte kritisierte in einem denkwürdigen Auftritt Bundestrainer Julian Nagelsmann, dem er keine klare Linie unterstellte. Gleichzeitig hielt er ein leidenschaftliches Plädoyer für Rudi Völler.

SPORT1 fasst den Rundumschlag des ehemaligen Bayern-Stars zusammen.

Stefan Effenberg über...

... die Auftritte gegen die Türkei und Österreich: „Ich mache mir keine Sorgen. Ich stehe nicht in der Verantwortung. Natürlich schaue ich die Spiele und mache mir meine Gedanken. Aber nicht mehr mit diesen Emotionen wie früher. Wir sind momentan einfach in der Leistungsstärke, dass es für Österreich und die Türkei nicht reicht. Das ist die Realität. Da sind wir angekommen, das muss man dann auch mal verstehen. Das sind die Gegner, die wir aktuell nicht schlagen können, weil wir nicht besser sind. Ich werde die EM schauen, aber das Einzige, was lebt, ist die Hoffnung. Nach dem angenehmen Beginn unter Nagelsmann kommen Österreich und die Türkei und es wird schlechter. Jetzt hat man eine lange Pause.“

... die sprichwörtlichen deutschen Tugenden: „Der Rudi (Völler; Anm. d. Red.) hat was Gutes gesagt: Ein paar Prozent mehr Wille und Gier. Die Tugenden, die müssen wir an den Tag legen. Wenn Füllkrug sagt, Verteidigung ist nicht unsere große Stärke: Das sollte man schon können, das eigene Tor zu verteidigen. Und zwar alle zusammen, nicht nur die vier Defensiven. Wenn das nicht funktioniert, können die vorne so viel glänzen, wie sie wollen. Man muss als Team funktionieren und das hat die deutsche Mannschaft in den letzten Spielen nicht gemacht.“

... Rudi Völler: „Ein Rudi Völler übernimmt gegen Frankreich für ein Spiel. Die Mannschaft hat die Tugenden mit Einsatz, Wille und Gier an den Tag gelegt und ist als Sieger vom Platz gegangen. Die Ansprache ist entscheidend. Wenn wir die Interviews sehen: Der eine redet und der andere redet und dann redet noch einer. Und dann redet Rudi Völler. Da höre ich hin, weil ich ihm glaube, was er sagt. Das ist der Unterschied. Die Ansprache zu den Jungs muss mal wieder eine andere sein, damit die das Herz wieder auf dem Platz lassen! Das ist entscheidend. Vielleicht wäre ich von Rudi Völler gar nicht weggegangen, wenn er das gewollt hätte. Das ist das, was die Jungs brauchen. Jeder, der anders redet, das ist falsch. Sechs Monate vor der EM brauchen die Jungs das. Wir dürfen das nicht verkomplizieren und rumexperimentieren.“

„... dann kann man sich auf die EM 2024 freuen“

... VfB Stuttgart als Vorbild für das DFB-Team: „Stuttgart war vor sechs Monaten in der Relegation. Heute feiern wir sie ab für den Fußball, den sie spielen. Die haben den Fußball nicht neu erfunden. Jetzt gehen wir nicht zurück zu Oliver Bierhoff, Katar, und das war falsch ... das ist doch Bullshit! (im Dialog mit FAZ-Journalist Michael Horeni, Anm. d. Red.) Der DFB hatte zuletzt vier Länderspiele. Unter Rudi Völler haben sie gezeigt, dass sie es können. Es würde auf Strecke funktionieren, wenn man den richtigen Mann hat.“

... Nagelsmanns Personalrochaden: „Wenn ein Tah überragend spielt bei Leverkusen, dann schiebe ich den nicht auf rechts. Den lasse ich da, wo er bei Leverkusen ständig performt. Havertz ist ein Stürmer. Das hat er auf dem höchsten Niveau bewiesen. Auf einmal spiel Havertz hinten links. Das ist kein Plan für mich. Ein Kimmich spielt gegen Österreich nicht. Das ergibt keinen Sinn im Hinblick auf die EM.“

... Chancen für die Jungen: „Natürlich! Ich muss nicht auf die setzen, die 50 oder 60 Länderspiele haben. Die haben die Erfahrung. Da nehme ich lieber einen Jungen, der bereit ist, sich für die Nationalmannschaft den Arsch aufzureißen. Dann hast du die Grundlagen, das Fußball-ABC. Alles an den Tag legen, Zweikämpfe annehmen, das Tor im Verbund zu verteidigen und sich als Team zu präsentieren. Wenn sie das alles hinkriegen, kann man sich auf die EM 2024 freuen.“