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Vor Bayerns CL-Spiel: Schiedsrichterin in der Kritik

Vor Bayerns CL-Spiel: Schiedsrichterin in der Kritik
Vor Bayerns CL-Spiel: Schiedsrichterin in der Kritik

Als Stephanie Frappart im Mai 2019 Ihr Debüt in der Ligue 1 gab, war der Hype um sie riesengroß. Viereinhalb Jahre später darf sie zwar weiterhin in der französischen Liga pfeifen - sie ist auch seit Dezember 2020 in der Champions League dabei - doch in den vergangenen Wochen hat die Kritik über ihre Leistungen stetig zugenommen.

Vor ihrem Auftreten in der Allianz-Arena, wenn der FC Bayern gegen den FC Kopenhagen (heute ab 21.00 Uhr im SPORT1-LIveticker) antreten wird, wird sie besonders in ihrer Heimat sehr kritisch bewertet.

Heftige Kritik von allen Seiten

„Ist Stephanie Frappart wirklich eine der besten Schiedsrichterinnen der Welt“, fragte mit einer Pointe Ironie der ehemalige französische Nationalspieler Jerome Rothen, der beim Radio-Sender „RMC Sport“ als Moderator aktiv ist. „Es ist unglaublich. Glauben Sie wirklich, dass Madame Frappart es verdient hat auf so hohem Niveau belohnt zu werden? Sie hat zuletzt zu viele Fehler gemacht.“

Bereits im Mai 2020 sorgte sie für Unruhe als sie sich bei einem Liga-Spiel von Olympique Marseille die Wut des OM-Trainerstabs anhören musste. „Du machst unglaubliche Fehler. Es gibt nicht einmal einen Elfmeter. Du hast nicht das Niveau. Es gibt nicht einmal ein Niveau dafür“, schrie ihr der portugiesische Coach Andre Villas-Boas ins Gesicht, bevor er sich für seinen Fauxpas rasch entschuldigte.

In der vergangenen Saison ging Auxerre-Verteidiger Quentin Bernard noch weiter als er meinte: „Man sollte über diese Schiedsrichterin nicht zu viel quatschen. Diese ganze mediale Aufmerksamkeit hat sie keineswegs verdient. Wir Profis werden immer häufiger von reinen Amateuren gepfiffen. Schade, dass sie mit ihren merkwürdigen Entscheidungen alles kaputt macht, aber das war nicht zum ersten- und wohl auch nicht zum letzten Mal der Fall.“

„Ich bleibe auf dem Spielfeld und blende alles aus“

Auch in den sozialen Medien wird sie in ihrer Heimat regelmäßig von Fans und Ultras heftig kritisiert.

Sowohl im Weltverband FIFA als auch in der Europäischen Fußball-Union (UEFA) genießt sie allerdings weiter einen guten Ruf.

„Ich bin überhaupt nicht in den sozialen Netzwerken involviert und lese kaum Berichterstattungen“, erzählte Frappart kürzlich im Rahmen einer Presse-Konferenz.

„Ich konzentriere mich eher auf den technischen Teil und die Rückmeldungen, die ich von meinem Verband bekomme. Ich habe das Vertrauen des Verbandes, der UEFA und der FIFA, das ist mir das Wichtigste. Ich bleibe auf dem Spielfeld und blende alles, was Polemik oder Diskussionen über meine Leistungen betrifft, eher aus. Das ist auch meine große Stärke.“

Historischer WM-Einsatz bei DFB-Aus

Für Frappart ist es an diesem Donnerstag der dritte Einsatz in der Champions League innerhalb von drei Jahren. In der vergangenen Saison fiel sie beim 5:1 von Real Madrid gegen Celtic Glasgow mit drei Elfmeter-Pfiffen in der ersten Halbzeit auf. Auch in der Europa League und der Conference League kam sie in der Vergangenheit zum Einsatz.

Im vergangenen Jahr leitete sie als erste Schiedsrichterin ein Spiel bei der Männer-WM - es war das 4:2 der deutschen Nationalmannschaft gegen Costa Rica, das das bittere Vorrunden-Aus nicht abwenden konnte.

Für den FC Bayern ist es in der 287. Champions-League-Partie Neuland.

Dass der FC Bayern vor seinem Heimspiel gegen den dänischen Meister bereits fürs Achtelfinale qualifiziert ist und auch sicher als Gruppensieger feststeht ist, nimmt ein bisschen Brisanz aus der Ansetzung von Stephanie Frappart.