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COP28-Präsident in der Kritik: Ahmed Al Jabers Absetzung gefordert

Mehr als 130 politische Vertreter:innen aus Europa und den USA fordern die Absetzung von Sultan Ahmed Al Jaber als Präsident der UN-Klimakonferenz in Dubai. Al Jaber ist nicht nur Minister für Industrie und Fortschrittstechnologie der Vereinigten Arabischen Emiraten, sondern auch Geschäftsführer des staatlichen Ölkonzerns.

Einfluss der Öl-Industrie auf die Gespräche befürchtet

In einem gemeinsamen Brief an die UN, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und US-Präsident Joe Biden warnen sie vor einem möglichen Einfluss der Öl-Industrie auf die Verhandlungen der Klimakonferenz.

Die Entscheidung, den Leiter eines der größten Öl- und Gasunternehmen der Welt als Präsident der COP28 zu ernennen, riskiere, die Verhandlungen zu untergraben, heißt es in dem Schreiben. Das Unternehmen Al Jabers habe angekündigt, die Öl-Produktion in den kommenden Jahren um 7,6 Millionen Barrel zu erhöhen – das sei der fünftgrößte Produktionsanstieg weltweit.

Die Abu Dhabi National Oil Company, die Al Jaber leitet, ist der zwölftgrößte Öl-Konzern der Welt.

Bisher wurde Al Jabers Ernennung verteidigt

Es ist üblich, dass die austragende Nation der COP den Präsidenten der Klimakonferenz auswählt. Al Jaber ist ein enger Vertrauter der Regierungsfamilie.

Bisher haben die europäischen Regierungen und die USA Al Jabers Ernennung verteidigt. Ein Sprecher der Klimakonferenz verwies auf seine 20-jährige Karriere als Ingenieur, während welcher Al Jaber Erfahrungen in der ganzen Energie-Industrie gesammelt habe.