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Über dieses Verhalten braucht sich niemand zu wundern

Während Eintracht Frankfurt gegen Levski Sofia um den Einzug in die Conference League kämpfte, saß Randal Kolo Muani bei seiner Familie in Paris und wartete darauf, dass sein Transfer zu Paris Saint-Germain über die Bühne geht.

Die Hessen mussten ihr wichtigstes Spiel des Jahres ohne ihren Top-Stürmer bestreiten - und das hatte keine Verletzungsgründe. Ein absolutes Unding, ein beschämendes Verhalten!

Aus dem „feinen, intelligenten“ Kolo Muani ist ein Streik-Profi geworden

Kolo Muani hat sich vor Wochen mit Paris geeinigt und zuletzt offenbar gemerkt, dass die Verhandlungen stocken. Aus dem „feinen, intelligenten Jungen“, der sich laut Eintracht-Macher Markus Krösche stets demütig und dankbar verhalten hat, ist dadurch ein Streik-Profi geworden.

Erst ein Interview am Verein vorbei, dann das Nichterscheinen zum Training. Bereits in den vergangenen Partien blieb er weit hinter seiner Normalform. Die Lustlosigkeit stand Kolo Muani somit nicht erst seit gestern ins Gesicht geschrieben.

Über dieses unrühmliche Verhalten braucht sich in der Branche jedoch niemand zu wundern. Es benötigt eine Regel, die eine solch verheerende Reaktion zukünftig unterbindet. Die Zeiten, in denen Ousmane Dembélé, Martin Hinteregger oder Filip Kostic mit einem Streik oder drastischem Fehlverhalten ihren Wechsel erzwingen wollten - und es in einigen Fällen auch schafften - müssen endgültig ein Ende haben.

Spieler binden sich bei ihrer Unterschrift ganz bewusst langfristig und dürfen den Klub dann nicht auf diese Art und Weise erpressen. Streiken darf nicht belohnt werden!

Für Vereine ist ein Streik in vielerlei Hinsicht fatal

Für Vereine ist ein solches Szenario nämlich fatal.

Es bringt sehr viel Unruhe rein, Fans und Medien sind aufgebracht und schwer enttäuscht. Oftmals handelt es sich um die wertvollsten Profis, weshalb eine intern ausgesprochene dauerhafte Suspendierung einerseits sportlich schmerzt und andererseits den Marktwert schmälert.

Ein Dilemma für die Verantwortlichen in einem Haifischbecken. Auch wenn sie hart durchgreifen wollen, schaden sie sich selbst, weil sie viel Geld auf der Tribüne sitzend vernichten. Dann knicken Verantwortliche in den meisten Fällen lieber ein und nehmen die Millionen mit.

Natürlich stellt sich hierbei die Frage, wann ein Streik beginnt: Sind die Bauchschmerzen vor einer Bundesliga-Partie bereits strafbar? Oder muss sich ein Profi erst im Trikot vom anderen Klub ableuchten, wie es einst Rafael van der Vaart tat?

Es wird auch in Zukunft wieder Schlupflöcher geben, durch die Spieler mit ihren teilweisen sehr findigen Beratern durchgehen werden.

Eine lange Sperre kann durchaus wirken

Trotzdem kann die Drohung einer langen, schmerzhaften Sperre durchaus wirken. Wer streikt, der muss das kommende halbe Jahr oder gar die gesamte Saison auf der Tribüne verbringen - egal, bei welchem Verein. Es stärkt die Position der Klubs, die somit ein Werkzeug in ihrer Hand haben.

Und der Null-Bock-Profi kann nicht einfach mit einer fadenscheinigen Begründung zuhause bleiben und auf seinen Wechsel warten.