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Darts-Boss: “Olympia ist Verbrechen am Athleten“

Darts-Boss: “Olympia ist Verbrechen am Athleten“
Darts-Boss: “Olympia ist Verbrechen am Athleten“

Immer wieder wurde in der Vergangenheit über eine mögliche Aufnahme von Darts in die Riege der olympischen Sportarten spekuliert. Weltmeister Michael Smith sagte im Sommer sogar: „Ich wünsche mir das sehr. Ich habe im vergangenen Jahr damit angefangen, darüber zu sprechen, dass ich mir Darts als olympische Sportart wünsche.“

Doch dieser zarte Wunsch wird nicht in Erfüllung gehen, wenn es nach Werner von Moltke geht. „Es wäre schön für Sportler wie Gabriel Clemens, aber Olympia ist Verbrechen am Athleten“, polterte der Geschäftsführer der Professional Darts Corporation für den deutschsprachigen Raum (PDC Europe) acht Tage vor WM-Beginn (15. Dezember bis 3. Januar 2024 LIVE bei SPORT1).

Als Sohn des ehemaligen Sportfunktionärs Werner von Moltke habe er etwa Kanuten, Judoka oder Ruderer beobachtet. Diese hätten „ihr ganzes Leben geopfert, für nichts. Einige sind Olympiasieger geworden, aber ansonsten haben sie alles geopfert und haben am Erfolg nullkommanull partizipiert“, sagte von Moltke.

Deswegen verwundert es ihn auch nicht, dass er keinen Olympia-Teilnehmer auf der Forbes-Liste der 100 Bestverdiener im Sport ist.

„Die klassischen olympischen Sportarten sind die Verlierer der letzten 30, 40 Jahren. Sie leben davon, dass alle vier Jahre einmal Olympia aufploppt“, kritisierte von Moltke.

„Olympia ist toll für den IOC“

Als Beispiel lieferte er dafür Usain Bolt, der in seinen Augen „einer der größten Athleten ist, der jemals auf diesem Planet gelebt hat“.

Trotz seiner acht Olympia-Siege und Fabel-Weltrekord über 100m und 200m war er aber nicht einer der Bestverdiener. „Jeder mittelmäßige Fußballer verdient mehr als er“, poltert der PDC-Europe-Boss: „Wie kann das sein?“

In seiner flammenden Rede gegen die Olympischen Spiele findet er nur zwei Gewinner. „Olympia ist toll für den IOC und die Fernsehanstalten alle vier Jahre“, moniert er.

PDC-Boss schwärmt von NFL und Co.

Deswegen will von Moltken den eingeschlagenen Weg der Selbstständigkeit weiter aufrechterhalten, denn schließlich ist der Sport auch ohne Präsenz bei den Olympischen Spielen in den vergangenen Jahren enorm gewachsen.

„Bei allen privat organisierten Ligen wie NFL, NBA, Formel 1 und UFC läuft es“, sagte von Moltken. Er findet es dabei „irre, was aus diesem kleinen Sport (Darts) geworden ist.“