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Schweden ratlos nach Debakel

Schweden ratlos nach Debakel
Schweden ratlos nach Debakel

„Demütigend!“ Mit diesem hart Wort fasste der einstige Handball-Star Claes Hellgren die Leistung der schwedischen Nationalmannschaft bei der überraschend klaren 23:33-Niederlage gegen Norwegen beim Streaming-Dienst Viaplay zusammen.

Zwar ging es für den aktuellen Europameister im abschließenden Spiel der Hauptrunde um nichts mehr, dennoch hat die Pleite der sonst so positiven Stimmung im schwedischen Lager einen herben Dämpfer verpasst.

„Es ist das absolute Schreckensszenario, mit einem Negativerlebnis in ein Halbfinale zu gehen“, sagte Dyn-Experte Stefan Kretzschmar bereits während der Partie. „Mit solchen Niederlagen verliert man das Selbstvertrauen“, konstatierte auch Hellgren.

„20 Prozent an Intensität verloren!“ Schweden-Star sauer

Überraschend ist diese harte Kritik nicht. Zwar schonte Schweden-Trainer Glenn Solberg mit Torwart Andreas Palicka und Rückraum-Ass Jonathan Carlsbogard zwei wichtige Spieler, dennoch besaß die Mannschaft genug Qualität, um ein angeknocktes norwegisches Team ohne Superstar Sander Sagosen zu bezwingen.

„Mir als Trainer ist es nicht gelungen, die Spieler zum richtigen Zeitpunkt auf das richtige Niveau mit der richtigen Einstellung zu bringen“, nahm Solberg die Schuld in der schwedischen Zeitung Aftonbladet auf sich.

Besonders auffällig war dabei, dass keiner der hochdekorierten Stars wie Jim Gottfridsson oder Felix Claar das Team in der schwierigen zweiten Halbzeit aufbauen konnte. „Wir sind als Kollektiv auseinander gefallen“, befand der Nationaltrainer.

Gottfridsson machte dabei einen Unterschied von „20 Prozent an Intensität“ aus, der ihn nachdenklich stimmt. „Wenn man x Spieler schont, sollten vielleicht andere Spieler die Chance nutzen“, monierte der Regisseur, der bei der SG Flensburg-Handewitt unter Vertrag steht, und ergänzte, „so sollte es nicht aussehen.“

„Krise nicht maximieren!“

Ursächlich für dieses Debakel ist laut dem HBL-Profi Max Darj, dass das Team die Euphorie über den Finaleinzug nicht gut verdaut habe. Diese Einschätzung teilt Solberg nicht, denn es habe „kein Anzeichen“ gegeben, dass seine Schützlinge nicht bei der Sache gewesen seien.

„Wir müssen miteinander reden und uns darüber einigen, was heute passiert ist“, kündigte der Norweger eine Analyse des Auftritts an.

Und dennoch: Der Ex-Spieler will „die Krise nicht maximieren“ und nach vorne blicken. Diese Einschätzung teilt auch Gottfridsson: „Zweieinhalb Tage lang rumzuliegen und Bauchschmerzen zu haben, hilft dieser Gruppe nicht. Wir werden über das Spiel reden und es dann damit bewenden lassen.“

Schließlich steht bereits am Freitag das so wichtige Halbfinale gegen Frankreich (17.45 Uhr im LIVETICKER) an. „Wir werden als die Mannschaft auftreten, die wir normalerweise sind“, kündigte bereits Albin Lagergren an.

Der Halbrechte, der verletzungsbedingt in der ersten Halbzeit raus musste, gab derweil Entwarnung. Es handle sich lediglich um eine Verletzung am Hüftbeuger und er ist guter Dinge, dass er am Freitag wieder einsatzbereit ist.

„Ich möchte, dass die Leute umdenken - und über Revanche nachdenken“, fordert Hellgren seine Landsleute auf. Schließlich hat die Truppe im hochklassigen Duell mit Dänemark bewiesen, dass die Titelverteidigung möglich ist.