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Denkwürdige DHB-Duelle mit Frankreich

Denkwürdige DHB-Duelle mit Frankreich
Denkwürdige DHB-Duelle mit Frankreich

Deutschlands Handballer sind bei großen Turnieren seit elf Jahren ohne Sieg gegen Frankreich. Der Sport-Informations-Dienst (SID) blickt auf denkwürdige Duelle mit dem Rekordweltmeister zurück - auf schmerzhafte Niederlagen und einen großen Sieg.

1. Februar 2007, WM-Halbfinale, 32:31 (27:27, 21:21, 11:12) n.V.: Die (aus deutscher Sicht) Mutter aller Duelle verwandelt die Kölnarena vor 17 Jahren in ein Tollhaus. Der hochdramatische Triumph in der zweiten Verlängerung ist Schlüssel zum Wintermärchen, das die Mannschaft des damaligen Bundestrainers Heiner Brand drei Tage später im Finale gegen Polen mit dem dritten deutschen WM-Titel vergoldet. Die 19.000 Zuschauer sehen gegen die Franzosen ein einziges Auf und Ab, einen DHB-Kapitän Markus Baur, der eine gute Minute vor Spielende das entscheidende Tor vom Siebenmeterstrich erzielt und einen fantastischen Torhüter Henning Fritz, der anschließend den letzten Wurf von Daniel Narcisse pariert und eine scheinbar endlose Party einläutet.

18. Januar 2013, EM-Vorrunde, 32:30 (16:16): Der bislang letzte Sieg einer DHB-Auswahl bei einem Turnier gegen Frankreich kommt völlig unerwartet. Zum Vorrundenabschluss ringt das Team von Trainer Martin Heuberger den haushohen Favoriten und Titelverteidiger in Barcelona nieder und sichert sich den Gruppensieg. "Das kann uns nur pushen. Jeder hat uns für die Gurkentruppe vom Dienst gehalten, aber wir wissen, was wir können", sagt Spielmacher Michael Haaß damals. Der Höhenflug währt aber nur kurz, fünf Tage später ist im Viertelfinale gegen Gastgeber Spanien Endstation.

19. August 2016, Olympia-Halbfinale, 28:29 (13:16): Die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Aufholjagd zerschlagen sich drei Sekunden vor Schluss. Daniel Narcisse, auch Air France genannt, springt hoch, wirft, trifft - und aus den Bad Boys werden die Sad Boys. Der damalige Europameister liefert in Rio de Janeiro lange seine mit Abstand schwächste Turnierleistung, gar ein Debakel droht. Nach einem 15:22-Rückstand in der 47. Minute kommt Deutschland aber plötzlich noch einmal auf einen Treffer heran - bis Narcisse trifft. Der Traum vom zweiten deutschen Olympiasieg seit dem DDR-Gold 1980 in Moskau platzt jäh, am Ende holen Uwe Gensheimer und Co. Bronze.

27. Januar 2019, Spiel um WM-Platz drei, 25:26 (13:9): Bundestrainer Christian Prokop sitzt mit leerem Blick völlig konsterniert an der Seitenlinie, seine Spieler kämpfen mit den Tränen. Ein Gegentreffer von Superstar Nikola Karabatic in der Schlusssekunde setzt Deutschlands Handballer bei ihrer Heim-WM im Spiel um Platz drei unter Schock. Sieben Sekunden vor dem Abpfiff hat die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) selbst noch die Chance zum Siegtreffer, doch Hendrik Pekeler bekommt den Ball am Kreis nicht unter Kontrolle und Karabatic bestraft dies im Gegenzug eiskalt. Blech statt Bronze heißt es im kleinen Finale im dänischen Herning, das Warten auf die erste WM-Medaille seit damals zwölf Jahren geht weiter.

25. Januar 2023, WM-Viertelfinale, 28:35 (16:16): Eine leidenschaftliche Vorstellung, ein ganz starker Torwart Andreas Wolff - doch am Ende platzt der Traum von der ersten WM-Medaille seit dem Wintermärchen 2007 einmal mehr gegen den abgezockten Nachbarn. In Danzig verlieren Deutschlands Handballer vor einem Jahr trotz eines lange beherzten Auftritts unter dem Strich deutlich gegen den Favoriten. In der zweiten Halbzeit kostet eine schwache Wurfausbeute der DHB-Auswahl den durchaus möglichen Sieg gegen den routinierten Gegner.