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Deutsches Idol doch zu Olympia?

Deutsches Idol doch zu Olympia?
Deutsches Idol doch zu Olympia?

Für das deutsche Tischtennis-Idol Timo Boll (Düsseldorf) stehen die Olympia-Chancen nach seiner Glanzleistung beim wichtigen WTT Grand Smash in Singapur offenbar so gut wie schon lange nicht mehr. "Timo ist in der Verlosung für Olympia", sagte Bundestrainer Jörg Roßkopf dem SID und machte damit dem 43 Jahre alten Rekordeuropameister ausdrücklich Hoffnung auf eine Nominierung für die Sommerspiele in Paris (26. Juli bis 11. August).

Boll kämpft mit Europameister Dang Qiu (Düsseldorf/Weltranglistenplatz zehn) sowie den Doppel-WM-Dritten Dimitrij Ovtcharov (Neu-Ulm/15) und Patrick Franziska (Saarbrücken/25) um die drei Plätze im deutschen Olympia-Team. Aufgrund seiner monatelangen Verletzungspause im Vorjahr und anschließender Dämpfer hatte der frühere Weltranglistenerste bis zum Jahreswechsel keine guten Karten, konnte sich seitdem allerdings ungeachtet seines WM-Aus wegen einer Augenentzündung durch überraschend starke Leistungen auf internationaler Ebene in den Vordergrund spielen.

Beim 1,5-Millionen-Dollar-Turnier in Singapur war Boll im Viertelfinale nach Erfolgen gegen zwei Top-20-Spieler einer von nur zwei Spielern unterhalb der Top 30. Beim 3:4 gegen den Chinesen Liang Jingkun brachte der Linkshänder den WM-Dritten und Top-10-Spieler an den Rand einer Niederlage.

Im vergangenen Januar hatte Boll beim WTT Contender in Katar seinen ersten Turniersieg seit fast drei Jahren gefeiert. Dabei gelangen dem Hessen Siege gegen einen Top-10-Spieler, zwei Top-20-Asse und einen Vertreter der besten 30.

"Dass er wieder so stark werden kann, war schon vor Katar zu sehen und ab Katar auch messbar. Auch beim Grand Smash hat Timo ein tolles Turnier abgeliefert und im Viertelfinale gegen Chinas Nummer fünf der Welt ein tolles Spiel gemacht", lobte Roßkopf den zweimaligen Weltcupsieger.

Boll selbst, der in der kommenden Woche in der Weltrangliste in die Top 30 zurückkehren dürfte, trat denn auch hochzufrieden die Heimreise an: "Viel besser kann ich nicht mehr spielen."

Auch statistisch steht der "Methusalem" gut da: Im laufenden Jahr hat der zweimalige WM-Dritte gegen höher eingestufte Kontrahenten mit sieben Siegen bislang die beste Bilanz aller Spieler in Roßkopfs Kandidaten-Quartett für Paris.