Werbung

Lehrstunde! Weltmeister führt DHB-Team vor - Sorgen um Knorr

Dämpfer in Dänemark: Deutschlands Handballer haben im ersten Länderspiel nach der WM eine Lehrstunde vom Weltmeister bekommen.

Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason unterlag Dänemark völlig verdient mit 23:30 (11:16) und wurde dabei phasenweise vorgeführt.

„Die Dänen waren in jeder Hinsicht überlegen. Wir können da aus dem Rückraum nicht mithalten“, sagte Gislason. In der Abwehr gebe es „sehr viel Nachholbedarf“, zudem habe sein Team „vorne extrem schlecht geworfen. Das rächt sich extrem.“

DHB-Team präsentiert sich als schläfriger Gast

Kapitän Johannes Golla und Co. präsentierten sich vor 4644 Zuschauern im dänischen Aalborg als schläfrige Gäste auf der dänischen WM-Nachfeier.

Während die Gastgeber 39 Tage nach ihrem Final-Triumph gegen Olympiasieger Frankreich (34:29) auch ohne sieben Weltmeister brillierten, agierte das deutsche Team im ersten von zwei Duellen gegen den Branchenprimus hinten fahrig und vorne mit einer ganz schwachen Chancenverwertung.

Zu allem Unglück droht nun auch noch ein Ausfall von Juri Knorr: Der mit fünf Treffern erneut beste deutsche Werfer verließ in der Schlussphase das Feld und hielt sich den rechten Oberschenkel.

Deutschland erhält Chance auf Wiedergutmachung

Die Chance, es besser zu machen, kommt für den WM-Fünften schnell: Denn das zweite Aufeinandertreffen der beiden Teams findet am Sonntag in Hamburg statt.

„Unser Ziel ist es, es im zweiten Spiel besser zu machen“, sagte Gislason. Mit den Spielen gegen den Weltmeister der Jahre 2019, 2021 und 2023 startet die deutsche Mannschaft ihre lange Vorbereitung auf die Heim-EM im Januar 2024.

„Das Ergebnis ist nicht unwichtig“, sagte Gislason vor der Partie gegen den Branchenprimus, „aber wichtiger ist es, dass wir weiter kommen in unserer Entwicklung. Wir fokussieren uns vor allem auf uns und schauen mal, was die Spiele bringen.“

Gislason muss gegen Dänemark früh Auszeit nehmen

Am Donnerstagabend agierte das deutsche Team ohne Youngster Julian Köster (Erkältung) allerdings nicht ganz auf der Höhe. Schon nach gut zwölf Minuten sah sich Gislason beim Stand von 5:10 zu einer ersten Auszeit gezwungen.

„Wir machen zu viele Fehlwürfe und zu viele leichte Fehler“, schimpfte der Isländer: „Es ist allein unsere Schuld, egal, was die Dänen da spielen. Wir sind zu zögerlich.“

Die Abwehr und auch Keeper Andreas Wolff steigerten sich danach deutlich. Weil die DHB-Auswahl vorne aber weiterhin schluderte und reihenweise beste Chancen ausließ, kam Deutschland bis zur Pause nicht näher heran.

Symptomatisch waren zwei verworfene Siebenmeter des gewöhnlich so treffsicheren Knorrs.

DHB-Sportvorstand fordert zur Halbzeit mehr Mut

„Wir müssen mit mehr Mut und Vertrauen an die Sache rangehen, um hier nochmal ranzukommen“, sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer in der Halbzeitpause. Das schaffte das deutsche Team jedoch nicht. Beim 13:21 (39.) war eine Vorentscheidung gefallen.

Die Vergleiche mit dem Team vom dänischen Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen zählen zum Programm des EHF Euro Cups, an dem neben Deutschland und Dänemark mit Europameister Schweden und dem EM-Zweiten Spanien die vier bereits für die EM 2024 qualifizierten Teams teilnehmen.

Die deutsche Mannschaft hatte zuvor schon gegen Schweden (33:37) und in Spanien (31:32) gespielt. Die Rückspiele stehen noch aus.