Werbung

Digitaler Fußabdruck: Sportler kämpfen um E-Reputation

Digitaler Fußabdruck: Sportler kämpfen um E-Reputation

In der heutigen Zeit ist der Ruf von Hochleistungssportlern im Internet sehr wichtig, besonders wenn sie nach Erfolg streben. Trotz seines immensen Leistungsausweises muss der zweifache französische Weltmeister im Boxen Ange Künzli regelmäßig die Kraft seiner Fäuste gegen das Gewicht der Worte eintauschen. Sein Ziel? Bekanntheit erlangen, damit er von seiner Leidenschaft leben kann.

"Der Beste der Besten wird nicht bekannt werden, wenn er kein Netzwerk hat", sagte Künzli. Er führte fort, dass der Anreiz, in Netzwerke einzutreten, hauptsächlich aus der Beobachtung entstand, dass viele Menschen, obwohl sie im Sport nicht besonders herausragten, dennoch viel Ruhm erlangten und davon leben konnten. Die sozialen Netzwerke seien laut Künzli unverzichtbar, um Medien und Sponsoren anzuziehen und die eigene Community einzubinden. Inhalte, die online veröffentlicht werden, können eine Karriere vorantreiben.

Sportler müssen mit ihrem Image die Begeisterung des Internets wecken. Denn Talent allein reicht heute nicht mehr aus. Erfolg wird auch anhand numerischer Statistiken wie Likes und Abonnentenzahlen gemessen. "Abgesehen von der Sichtbarkeit ist es auch eine finanzielle Frage: Je mehr Leute mir folgen, desto mehr wollen die Promoter mich haben. Ich muss also Inhalte schaffen, um sicherzustellen, dass mir Leute folgen werden. Leider müssen wir zwei Hüte tragen: den des Sportlers und den des Community-Managers", erklärte Künzli.

Der digitale Fußabdruck ist ausschlaggebend für viele Dinge … auch die Teilnahme bei den Olympischen Spielen

Imagepflege ist im Vorfeld der Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris von entscheidender Bedeutung, insbesondere für russische und weißrussische Sportler. Unter der Bedingung, dass sie den Krieg in der Ukraine nicht unterstützen, wurde ihnen die Teilnahme unter einer neutralen Flagge gestattet.

Ein Unternehmen für elektronische Reputationsüberprüfung, dessen Name nicht genannt wird, wird ihre digitale Vergangenheit durchsuchen, um mögliche Hinweise auf ihre Unterstützung zu finden. Dies ist ein konkreter Fall, der uns die Risiken der E-Reputation nicht vergessen lassen sollte, so der Experte.

Arthur Richer, Leiter von Sport und Reputation bei HAVAS erklärte: "Die E-Reputation ist nur eine Komponente der Reputation. Wir sehen oft, dass E-Reputation ein Vergrößerungsspiegel, aber auch ein Zerrspiegel der Realität ist. Dieses Phänomen der Aufregung in sozialen Netzwerken sehen wir oft bei Sportlern. Es besteht auch ein psychologisches Risiko für die Sportler."

Wenige Monate vor den Olympischen Spielen sind derzeit sechs russische und fünf weißrussische Athleten als neutrale Einzelsportler qualifiziert. Vor allem im Ringen, Radfahren und Schwimmen. Und bei einigen wird ihre Neutralität bereits angezweifelt. Das Internationale Olympische Komitee versichert, dass die Kontrolle der digitalen Identitäten funktioniert. Und dass das Bild dieser Athleten vor, während und nach den Wettkämpfen unter die Lupe genommen werden wird.