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DOSB beklagt Halbherzigkeit

DOSB beklagt Halbherzigkeit
DOSB beklagt Halbherzigkeit

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) drängt auf "ein klares, grundlegendes und verbindliches Bekenntnis zu Sportdeutschland", während sämtliche 16 Landessportbünde dem zweiten "Bewegungsgipfel" aus Protest fernblieben: Die Bundesregierung um Innenministerin Nancy Faeser und Gesundheitsminister Karl Lauterbach ist vom organisierten Sport erneut ins Visier genommen worden.

"Sport und Bewegungsförderung müssen ressortübergreifend und auf allen politischen Ebenen als Querschnittsaufgabe verankert werden", sagte DOSB-Vizepräsidentin Kerstin Holze beim Bewegungsgipfel am Dienstag in der Sportschule Poelchau im Berliner Olympiapark: "Wir sagen von unserer Seite aus zu, dass wir die uns im Entwurf des Plans zugeschriebenen Maßnahmen verbindlich angehen. Diese Verbindlichkeit erwarten wir auch von den Bundesressorts, den Landesfachkonferenzen und den Kommunen."

Und diese Verbindlichkeit habe auch für das Sportfördergesetz zu gelten, so Holze weiter. Dessen Entwurf war erst Anfang des Monats im organisierten Sport auf breiter Front kritisiert worden und hatte den Graben zur Politik vertieft.

DOSB und Deutsche Sportjugend (dsj) hatten sich auch über den ersten Entwurf des Entwicklungsplan Sport durch das Bundesministerium des Innern (BMI) zu Jahresbeginn enttäuscht gezeigt. Dieser sei "deutlich hinter den Erwartungen des organisierten Sports" zurückgeblieben.

Es brauche "im Entwicklungsplan Sport klare Zuständigkeiten, hinterlegte Ressourcen und Verbindlichkeit, über alle Ebenen und Sektoren hinweg", erklärte Holze nun: "Insofern begrüßen wir die heutige Ankündigung von Bundesinnenministerin Nancy Faeser, sich für die Finanzierung der anstehenden Aufgaben mit ganzer Kraft einzusetzen."

Die Bundesregierung hatte am 13. Dezember 2022 auf Drängen von DOSB und dsj zum ersten Bewegungsgipfel geladen, es war eine symbolträchtige Veranstaltung, die mit vielen, aber vage formulierten Zielen endete. Im Anschluss bildeten sich Arbeitsgruppen mit Expertinnen und Experten aus Bund, Ländern, Kommunen und organisiertem Sport, um konkrete Maßnahmen zu erarbeiten, die in einen Entwicklungsplan Sport münden sollten. Laut ursprünglichem Plan hätte dieser auf dem zweiten Bewegungsgipfel, also am Dienstag, verabschiedet werden sollen. Nun will das BMI den Entwurf zunächst auf Bundesebene weiter bearbeiten, bevor wieder auf die Partner zur weiteren Abstimmung zugegangen wird.

"Die heutige Diskussion ist eine gute Grundlage für den Entwicklungsplan, mit dem wir dem Sport und der Bewegung in Deutschland starke Impulse verleihen wollen", erklärte Faeser vor Beginn der Veranstaltung. Lauterbach wies abermals auf die Bedeutung von Bewegung für die Gesundheit hin: "Der Gipfel und die Arbeit aller Beteiligten sind ein Auftrag für Politik und Gesellschaft: Bewegung gehört in den Alltag, nicht nur auf den Sportplatz."