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Erneutes Verletzungsdrama im Eishockey

Es ist der nächste schwere Unfall in der Eishockey-Welt. Jonas Nyhus Myhre wird beim Spiel der ersten norwegischen Eishockey-Liga zwischen Lørenskog und Storhamar (3:11) von einem Schlittschuh des Gegners an der Brust getroffen.

In der Folge schneidet sich die Kufe erst durch die Schutzkleidung und anschließend durch den Brustmuskel. Trotz der blutenden Fleischwunde fährt der Norweger aus eigener Kraft zur Bank.

„Ich habe die Wunde selbst nie gesehen also habe ich mein Hemd hochgezogen und einige Teamkollegen gefragt, ob es blutet. Sie hatten eine Schockreaktion und riefen sofort einen Arzt“, erklärte Nyhus Myhre der schwedischen Zeitung Aftonbladet: Es war, wie wenn ein „Pferd rückwärts tritt.“

U20-WM-Aus für Myhre?

„Ich hatte so viel Adrenalin, dass ich es die ersten Minuten nicht spürte. Aber nach ungefähr fünf Minuten begann es, verdammt wehzutun und ich konnte den Brustmuskel nicht benutzen“, beschreibt das Eishockey-Talent nach dem Spiel die Horror-Verletzung.

Besonders bitter ist für den jungen Norweger, dass er aller Voraussicht nach die U20-Eishockey-WM verpassen wird, die vom 26. Dezember 2023 bis zum 05. Januar 2024 in Schweden stattfindet.

Erst im Februar soll der 19-Jährige aufs Eis zurückkehren.

Nyhus Myhre kommt glimpflich davon

Es ist einer von vielen schweren Unfällen der letzten Monate, die den Sport hart getroffen haben. So krachte die finnische Eishockey-Spielerin Sanni Hakala mit dem Kopf gegen einen Torpfosten und ist seither von der Brust ab gelähmt.

Der ehemalige NHL-Star Adam Johnson verstarb Ende Oktober, nachdem er von einem Schlittschuh an der Kehle getroffen wurde. Auch deshalb versteht Nyhus Myhre: „Ich hatte großes Glück.“

Um weiteren Vorfällen vorzubeugen, führt der Eishockey-Weltverband IIHF einen verpflichtenden Halsschutz für all seine Wettbewerbe ein.

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) hat ebenfalls ihre Schlussfolgerung gezogen und verpflichtet die Profis bereits ab dem 1. Januar 2024 zum Tragen eines Hals- und Nackenschutzes.