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Fährt ein Russe dem Krieg davon?

Fährt ein Russe dem Krieg davon?
Fährt ein Russe dem Krieg davon?

Alexander Choroschilow war bereits 38 Jahre alt, als er sich am 27. Februar 2022 beim Weltcup-Slalom in Garmisch-Partenkirchen durch einen starken zweiten Durchgang den 14. Rang sicherte. Doch trotzdem sollte es sein letztes Rennen auf der großen Weltcup-Bühne sein - denn Choroschilow ist Russe.

Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sperrte die FIS sämtliche russischen Athleten, doch Choroschilow dachte offenbar noch nicht an ein Karriereende. Mit inzwischen 40 Jahren fährt er aktuell nämlich im heimischen Russia Cup, den er dominiert.

Ein möglicher Grund, warum er noch Rennen fährt, ist laut einigen Insidern, dass er sich somit dem Krieg entzieht. Als Mitglied des russischen Armeesportklubs käme er dafür ansonsten nämlich infrage. Wolfgang Mitter, der bis zum Kriegsbeginn Manager von Russlands Alpin-Team war, will daran jedoch nicht glauben.

„Weil er ein besonders liebenswerter und völlig unpolitischer Mensch ist“

„Der Russia Cup beinhaltet ordentliche Preisgelder. Alexander kann hier gutes Geld verdienen“, erklärte der 70-Jährige, der sich beim Schweizer Blick von der Professionalität des Wettbewerbs beeindruckt zeigte. „Ich habe kürzlich Video-Bilder vom Russia Cup gesehen. Das hat fast professioneller ausgesehen als die Aufnahmen von Weltcup-Rennen.“

Seine Rennen bestreitet Choroschilow übrigens weiterhin mit Fischer-Skiern, wie Fischer-Rennchef Siegfried Voglreiter verriet. „Wir haben nach dem Beginn des Krieges sämtliche Verträge mit russischen Athleten aufgelöst. Selbstverständlich haben wir auch jetzt mit Choroschilow keinen Kontrakt mehr“, hob er hervor, wies jedoch auf den guten Charakter des 40-Jährigen hin: „Aber weil er ein besonders liebenswerter und völlig unpolitischer Mensch ist, bestücke ich ihn nach wie vor mit unseren Rennski. Zumal er seit seiner Kindheit Fischer fährt.“

Choroschilow bewies seine Stärken im Weltcup vor allem im Slalom, schaffte zwischen 2015 und 2022 insgesamt zehn Podestplätze. Das absolute Highlight bleibt aber wohl der Sieg beim Nachtslalom von Schladming 2015.