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Füllkrug legt sich mit Edelfan an

In der neuen Ausgabe des vereinsinternen Talk-Formats Brinkhoff‘s Ballgeflüster von Borussia Dortmund kam es zu einer hitzigen Diskussion. Die Beteiligten: BVB-Stürmer Niclas Füllkrug und Schauspieler sowie BVB-Fan Wotan Wilke Möhring.

„In Dortmund zu spielen ist eine Verpflichtung“, meinte der Tatort-Kommissar und forderte mit Blick auf die verspielte Meisterschaft am letzten Spieltag der vergangenen Saison: „Man kann sich nicht nur bei der Gelben Wand bedanken, sondern man muss es auch annehmen. Und an diesem Spieltag habe ich gedacht: Was macht ihr denn da?“

Trotz mehrerer versuchter Einwände von Füllkrug führte Möhring seine Brandrede fort: „Wir als Fans nehmen uns frei, fahren 100 oder mehr Kilometer, stehen bei Wind und Kälte da. Die Spieler müssen verstehen: Die Fans sind nur für uns da und da wünsche ich mir, dass sie sich noch mehr zerreißen.“

Füllkrug: „Mir ist das einfach zu plump“

Zwar erhielt der 56-Jährige anerkennenden Beifall aus dem Publikum, musste sich jedoch auch dem Unverständnis des BVB-Stars entgegenstellen.

„Mir ist das einfach zu plump. Viel zu plump“, kritisierte Füllkrug und ärgerte sich: „Das ist eine Unterstellung, dass diese Spieler am 34. Spieltag nicht alles gegeben hätten. Jeder Mensch kennt es: Man ist in einer negativen Situation, man verliert den Kopf, man will und will und will, aber es geht nicht.“

Laut Füllkrug, der zum damaligen Zeitpunkt noch für Werder Bremen auflief, seien viele Spieler erstmals in einer entsprechenden Ausnahmesituation gewesen.

„Du bist ein Verein, der jedes Jahr versucht, um die Meisterschaft mitzuspielen“, meinte Füllkrug, erklärte allerdings auch: „Du bist aber auch ein Verein, der jedes Jahr versucht, Spieler zu entwickeln. Du kannst nicht alles gleichzeitig. Entwickeln, die Meisterschaft gewinnen, den Pokal gewinnen und die Champions League gewinnen.“

Möhring wünscht sich mehr Kampfgeist

Moderator Norbert Dickel versuchte vergeblich zum nächsten Thema überzuleiten. Stattdessen konterte Möhring erneut: „Ich will nicht sagen, dass die Spieler es nicht wollten. Aber ich hätte mir gewünscht, ich hätte mehr Kampf erlebt.“

Insgesamt wolle Füllkrug eine schützende Hand über die Thematik halten, da er nicht wolle, „dass irgendjemand dafür verurteilt wird“.

Einigkeit kehrte zwischen den Streitenden allerdings mit Blick auf die aktuelle Saison ein. Trotz einer enttäuschenden Hinrunde müsse man nun auf jedes Tor bauen, um zusätzliches Selbstvertrauen zu erlangen. „So müssen wir uns aus dem Sumpf ziehen“, forderte Füllkrug.