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Frankreichs Sportsystem weist Mängel auf

Frankreichs Sportorganisationen sehen sich ein gutes halbes Jahr vor den Olympischen Sommerspielen in Paris (26. Juli bis 11. August) mit schweren Anschuldigungen konfrontiert. Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss hat „systemische Mängel“ in den Bereichen Ethik, Governance und Bekämpfung sexueller Gewalt ausgemacht. Dies geht aus einem 250-seitigen Bericht hervor, der vor der Veröffentlichung am Dienstag der französischen Nachrichtenagentur AFP vorlag.

Die für den Bericht federführende französische Grünen-Politikerin Sabrina Sebaihi fasst darin zusammen, dass das Sportmilieu von einer "Kultur der Geheimhaltung, der Lüge und der Falschaussage" durchsetzt und "nicht ausreichend daran gewöhnt" sei, "Rechenschaft abzulegen". Sie verweist weiter auf "Versäumnisse des Staates" bei seinen Kontrollaufgaben. Der Untersuchungsausschuss fordert in seinem Bericht, eine unabhängige Kontrollbehörde zu schaffen.

Vergütungen etwa werden als teils "sehr hoch oder sogar anormal" angesehen. So habe die heutige Sportministerin Amelie Oudea-Castera im Zeitraum zwischen 2021 und 2022 als Generaldirektorin des französischen Tennisverbands ein Brutto-Jahresgehalt von 400.000 Euro sowie eine Prämie von 100.000 Euro erhalten.

Die Pariser Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungen eingeleitet, nachdem der Ausschuss auf mögliche „Falschaussagen“ von Sportfunktionären vor den Parlamentariern hingewiesen hatte.