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Als Norbert Meier den sterbenden Schwan mimte

Union Berlins Nenad Bjelica leistete sich gegen Bayerns Leroy Sané einen üblen Aussetzer - und bekommt dafür drei Spiele Sperre. Damit reiht er sich in eine Reihe kurioser Fehltritte von Trainern im deutschen Profifußball ein.

SPORT1 stellt die größten Trainer-Aufreger an der Seitenlinie der deutschen Elite-Wettbewerbe zusammen.

Eugen Hach (Alemannia Aachen/5. Mai 2000):

Eugen Hach wird den 1:0-Erfolg von Alemannia Aachen gegen Energie Cottbus wohl nie vergessen. Jedoch weniger aufgrund des späten Siegtores, sondern vielmehr wegen des wenig ruhmreichen Spitznamens, den ihm das Spiel einbrachte: „Würger vom Tivoli“.

Der Aachen-Trainer würgte in der achten Spielminute Cottbus-Stürmer Franklin Bittencourt mit beiden Händen von hinten am Hals. Als Konsequenz erhielt Hach eine Sperre von drei Monaten und wurde mit einer Geldstrafe in Höhe von 15.000 Mark belegt.

Norbert Meier (MSV Duisburg/6. Dezember 2005):

Der Coach der Zebras lieferte sich mit Kölns Albert Streit ein unwürdiges Schauspiel. Kopf an Kopf standen die beiden an der Seitenlinie, ehe Meier zum Kopfstoß ansetzte. Wie vom Blitz getroffen ging allerdings zunächst der Trainer theatralisch zu Boden, ehe auch Streit zusammensackte.

Manuel Gräfe zeigte dem Spieler Rot, doch die Fernsehbilder entlarvten Meier als Täter: Neben einer Geldstrafe in Höhe von 12.500 Euro sperrte der DFB den Trainer nachträglich für drei Monate. Damit nicht genug: Meier verlor auch seinen Job bei den Zebras.

Jürgen Klopp (Borussia Dortmund/12. November 2010):

Nach einem Foul von Ze Roberto an Mario Götze rannte der spätere Meistertrainer völlig außer sich auf den vierten Offiziellen Stefan Trautmann zu. Diesem drückte er sekundenlang seine BVB-Mütze ins Gesicht, schrie ihn an.

Dank öffentlicher Entschuldigung kam Klopp allerdings mit einer Geldstrafe von 10.000 Euro davon.

Thomas Meggle (FC St. Pauli/14. September 2014):

Gleich bei seinem Debüt als Coach des FC St. Pauli verlor Thomas Meggle die Nerven. Der Trainer wurde zunächst von Schiedsrichter Robert Kampka verwies den Trainer zunächst auf die Tribüne, dieser rempelte dann den vierten Offiziellen Florian Heft mit dem Ellenbogen an.

Als Strafe wurde Meggle zwei Spiele gesperrt und musste zudem 3000 Euro zahlen.

Roger Schmidt (Bayer Leverkusen/21. Februar 2016):

Schmidt sorgte im Heimspiel gegen Borussia Dortmund für eine der kuriosesten Unterbrechungen. Der Coach der Werkself wurde nach lautstarken Beschwerden von Schiedsrichter Felix Zwayer auf die Tribüne geschickt, verweigerte dies aber.

Zwayer bat daraufhin die Teams in die Kabine. Erst verspätet kam der Trainer zur Einsicht und verließ den Innenraum. Das Spiel ging nach neun Minuten Pause weiter, Folge für Schmidt war eine Sperre von drei Spielen.

Julian Nagelsmann (TSG Hoffenheim/28. Oktober 2017):

Der heutige Bundestrainer leistete sich in seiner Anfangszeit in der Bundesliga einen Fauxpas. Im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach donnerte er wutentbrannt eine Trinkflasche hinter seine Trainerbank. Dabei rutscht diese ab, sodass er einen Zuschauer traf.

Nagelsmann entschuldigte sich direkt persönlich und kam wegen der „Unabsichtlichkeit“ des Vergehens mit einer Ermahnung des DFB davon.

Heiko Herrlich (Bayer Leverkusen/20. Dezember 2017):

Der Coach der Werkself zeigte im Achtelfinale des DFB-Pokals eine blitzsaubere „Schwalbe“. Beim Hinterherjagen nach einem ins Aus gerollten Ball tätschelte der Gladbacher Denis Zakaria Herrlich minimal am Rücken, woraufhin sich dieser mit kurzer Verzögerung auf den Boden warf.

Der Trainer entschuldigte sich für seine Schauspieleinlage, 12.000 Euro Strafe musste er dennoch zahlen.

Christian Streich (SC Freiburg/10. November 2019):

Der Kultcoach geriet als Opfer in einen der größten Aufreger an der Seitenlinie. Der Frankfurter Kapitän David Abraham wollte in der Freiburger Coaching-Zone einen ins Aus trudelnden Ball holen, rannte dabei allerdings Streich mit voller Wucht über den Haufen.

In der Folge entwickelte sich ein Handgemenge beider Teams, Abraham wurde für sieben Wochen gesperrt. „Er ist halt ein bisschen stabiler als ich“, sagte Streich süffisant.

Nenad Bjelica (Union Berlin/24. Januar 2024):

Der Kroate ließ sich im Duell mit Bayern vor seiner Bank zu einer Tätlichkeit hinreißen. Bjelica griff Nationalspieler Leroy Sané zweimal ins Gesicht und schob den Bayern-Angreifer unsanft weg, als der den Ball von ihm holen will.

Schiedsrichter Frank Willenborg zeigte ihm in der 74. Spielminute die Rote Karte. Der DFB ahndete das Vergehen einen Tag später mit einem Innenraumverbot für drei Spiele und einer Geldstrafe von 25.000 Euro.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)