Werbung

Nicht nur die Bayern reiben sich an Hamann

Didi Hamann und die Protagonisten der Fußball-Bundesliga - das ist mittlerweile eine lange Geschichte von Konflikten.

Aktuell ist es zum wiederholten Mal der FC Bayern, namentlich Trainer Thomas Tuchel, der sich an den Einschätzungen des prominenten TV-Experten von Sky reibt. Aber der Rekordmeister hat das seit Jahren spannungsreiche Verhältnis zu seinem früheren Mittelfeld-Ass nicht exklusiv. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Auch ein anderer Top-Trainer hatte schon einen scharfen Konflikt mit dem einstigen Champions-League-Helden des FC Liverpool: Marco Rose, der heutige Trainer von RB Leipzig.

Es ging damals um Hamanns Beurteilung von Roses Engagement bei Borussia Dortmund, das letztlich ein enttäuschendes Ende nahm. Der damalige Stunk bot auch in der Nachbetrachtung einige spannende Erkenntnisse - nicht zuletzt auch zu Hamanns Arbeitsauffassung.

Marco Rose geriet beim BVB mit Hamann aneinander

Zur Erinnerung: Die Zusammenarbeit zwischen Rose und dem BVB endete 2022 nach nur einer Saison.

Der zuvor von Gladbach nach Dortmund gewechselte Coach hatte das Team zwar auf Platz 2 in der Bundesliga geführt, enttäuschende Ergebnisse in den Pokalwettbewerben und anhaltende defensive Probleme im Team bewogen die BVB-Macher nach „intensiver Saisonanalyse“ aber zu einem vorzeitigem Schlussstrich - Rose musste Platz machen für Edin Terzic.

Roses Achterbahnfahrt in Dortmund wurde von Hamann gewohnt kritisch begleitet. Zu kritisch, wie der Coach damals fand.

„Zu einfach, zu billig“ - zu weit weg?

Der heute 47-Jährige feuerte im Dezember 2021 zurück, als Hamann ihm nach einem mühevollen 3:0-Sieg gegen Tabellenschlusslicht Greuther Fürth ein vernichtendes Zeugnis ausstellte. „Mit dem Kader, den sie haben, das hat mit Fußball nichts zu tun“, die spielerischen Schwächen des BVB unter Rose würden die Ansprüche des Klubs verfehlen.

Roses Antwort: „Es war von Beginn an so, dass Didi Hamann gegen uns nagelt.“ Er fände es „schwierig“, sich „jede Woche hinzustellen und gegen uns zu schießen“, wie Hamann es tue. Sachliche Kritik sei berechtigt, aber bei Hamann sei es zu oft „zu einfach, zu billig“, so Rose. Rose monierte auch zu häufige persönliche Kritik an einzelnen Spielern - namentlich Marco Reus - und dass Hamann im TV-Studio weit weg vom Dortmunder Arbeitsalltag sei.

Es ist ein Vorwurf, der Hamann schon öfters gemacht wurde - später auch unter anderem von BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl, jüngst auch wieder vom ehemaligen Köln-Coach Steffen Baumgart. Rose verpackte es damals freundlich in den Gedanken, sein Klub solle Hamann „möglicherweise mal ins Stadion einzuladen“.

Hamann antwortete damals: „Ich komme gerne ins Stadion oder zu ihm nach Hause.“ Später aber enthüllte er, dass es nie zu einer Aussprache mit Rose gekommen sei - und er froh darüber sei.

Hamann: „Dazu ist es Gott sei Dank nie gekommen“

„Dazu ist es Gott sei Dank nie gekommen“, schilderte Hamann Ende 2023 in einem Interview mit seinem Arbeitgeber Sky: „Wenn du dahingehst, dann ist das ein super Typ, dann trinkst du ein Glas, unterhältst dich und hast Sympathien für den Mann, das wird ja so kommen. Dann spielen sie in der nächsten Woche denselben Mist. Was erzählst du da?“

Aus Hamanns Sicht sei größere Distanz geboten, um seinen Job richtig zu machen, er pflege deswegen bewusst wenig Kontakt zu den Protagonisten der Branche: „Du kannst entweder Freund sein mit denen, oder den Job machen, den ich mache.“

Und bei seinem Job gehe es schlicht um eine distanzierte Beurteilung und nicht um Persönliches - im Guten wie im Schlechten: „Bei mir ist das nie persönlich. Mir geht es nur um die Sache, wie sie Fußball spielen.“ (DATEN: Die Ergebnisse der Bundesliga)

Dass er das in Bezug auf Rose ernst meint, zeigte sich, indem er Roses Arbeit bei RB Leipzig immer wieder positiv bewertete - und ihn erst zuletzt auch nach der jüngsten Misserfolgsserie mit drei verlorenen Spielen zum Jahresauftakt in Schutz nahm (“Man kann Marco Rose wenig vorwerfen“).