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Handball-EM: Showdown der Superteams

Handball-EM: Showdown der Superteams
Handball-EM: Showdown der Superteams

Olympiasieger gegen Titelverteidiger, Rekord-Weltmeister gegen Rekord-Europameister, WM-Experten gegen EM-Spezialisten: Wenn Frankreich am Freitag (17.45 Uhr) zum EM-Halbfinale gegen Schweden antritt, kommt es zum Duell zweier Handball-Schwergewichte. Und zu einem echten Evergreen: Zum vierten (!) Mal nacheinander treffen die beiden Teams im Halbfinale eines großen Turniers aufeinander.

"Das sind die Spiele, von denen du als Kind träumst", sagte Schwedens Torhüter Andreas Palicka am Donnerstag in Köln, sprach von einem "Fifty-fifty-Duell" und stellte klar: "Wir haben einen guten Plan, wir sind bereit." Die Skandinavier wollen es wie 2022 machen, als sie die Franzosen auf dem Weg zum Titel 34:33 besiegten.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Frankreich zuletzt in zwei WM-Halbfinals die Nase vorn hatte. Vor allem die Erinnerungen an 2023 sind noch frisch: Im Fußballstadion von Stockholm fügten "Les Experts" den Schweden vor 20.000 Heim-Fans eine der schmerzhaftesten Niederlagen ihrer Geschichte zu (26:31) und zeigte eine der "besten Leistungen überhaupt" (Palicka). Die Niederlage schmerze noch immer.

Frankreich strotzt vor dem K.o.-Spiel vor Selbstvertrauen, das Team um Superstar Nikola Karabatic ist das einzige bei der aktuellen EM noch ungeschlagene Team. Schweden verlor in der Hauptrunde dagegen gleich zwei Mal, gegen Topfavorit Dänemark (27:28) und Norwegen (23:33).

Frankreichs Trainer Guillaume Gille erwartet dennoch einen "echten Kampf. Es wird sehr knapp, sehr ausgeglichen." Der langjährige Bundesliga-Profi betonte allerdings auch: "Wir sind sehr selbstbewusst, weil wir bislang ein großartiges Turnier spielen. Wir lieben dieses Gefühl des Drucks, wenn du Geschichte schreiben kannst."

Die Augen werden am Freitag natürlich wieder auf Karabatic gerichtet sein: Für den Ausnahmespieler von Paris St. Germain ist es nach 22 Profijahren die elfte und letzte EM, er war schon dabei, als Volker Zerbe, Daniel Stephan und Christian Schwarzer für Deutschland 2004 den Titel holten. Bei seiner letzten EM will der Ex-Kieler noch einmal ganz oben stehen. Es wäre sein elfter (!) Triumph mit der französischen Nationalmannschaft in einer mit zig Erfolgen gepflasterten Karriere: Drei EM-Titel, vier Mal WM-Gold und drei Olympiasiege.

„Wir sind bereit für die Schlacht“, betonte Karabatics jüngerer Bruder Luka und ergänzte mit einem süffisanten Grinsen: „Wir werden sicher nicht das letzte schwedische Hauptrunden-Spiel anschauen, um uns auf das Halbfinale vorzubereiten.“