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Handball-"Wahnsinn": EM-Märchen verzückt Österreich

Handball-"Wahnsinn": EM-Märchen verzückt Österreich
Handball-"Wahnsinn": EM-Märchen verzückt Österreich

Erst das Remis gegen Ex-Europameister Spanien, dann der Last-Minute-Sieg zum Hauptrundenstart gegen Ungarn: Österreichs EM-Märchen verzückt das deutsche Nachbarland. Vor dem "Bruderduell" gegen das DHB-Team am Samstag (20.30 Uhr/ARD und Dyn) stehen sie in Österreich Kopf, die Mannschaft um Kiel-Star Nikola Bilyk und den früheren Bundesliga-Torschützenkönig Robert Weber hat in der Heimat einen wahren Handball-Hype ausgelöst.

"Wir werden da so ein bisschen ferngehalten, aber es ist abartig. Es geht zu, das ist Wahnsinn. Aber auch zu Recht und auch verdient, finde ich. Das ist einfach hammergeil", sagte Rechtsaußen Weber dem SID in Köln. Und Bilyk meinte mit strahlenden Augen und nicht ohne Stolz: "Wir entfachen eine riesengroße Euphorie in Österreich."

Die Nation, die sonst vor allem beim Skifahren und Fußball von sich Reden macht, rockt zurzeit mit ihren frechen Auftritten die Europameisterschaft. Im Handball! Normalerweise sei Handball in Österreich eine "Randsportart", so Weber: "Und jetzt sind wir überall. Ich bin so stolz auf meine Mannschaft, dass wir das geschafft haben, hier in Deutschland so eine Explosion auszulösen."

Nun wollen es die Österreicher den Fußballern gleichtun, die Deutschland im November in einem denkwürdigen Spiel mit 2:0 besiegten. In der Kölner Arena vor knapp 20.000 Fans gegen Deutschland anzutreten, bezeichnete Bilyk als "Privileg", der Siegeshunger war deutlich zu spüren. Zudem wollen die Österreicher unbedingt Revanche nehmen für die Hauptrunden-Schmach bei der EM 2020. Vor eigenem Publikum hatte es in der Wiener Stadthalle auf den Tag genau vor vier Jahren eine 22:34-Klatsche gegen die DHB-Auswahl gegeben.

"Wir können es kaum erwarten. Es ist einfach eine riesengroße Vorfreude", sagte der Rückraumspieler: "Wir gehen voll rein und schauen, was wir holen können über 60 Minuten." Und Weber frohlockte: "Wir erstarren nicht vor Ehrfurcht, sondern gehen mit breiter Brust aufs Feld und schauen einfach, was passiert."

Schon das "Wunder von Mannheim" (Tiroler Tageszeitung) zum Vorrundenabschluss gegen Spanien befeuerte die Handball-Euphorie in Österreich. Doch jetzt, nach dem 30:29-Erfolg gegen die bis dato unbesiegten Ungarn, darf das ÖHB-Team mit nun 3:1 Punkten sogar vom Halbfinale träumen.

"Das ist einfach nur sensationell", sagte Weber. Normalerweise, betonte der Fünfte der ewigen Bundesliga-Torschützenliste, seien Österreicher, und auch die Handballer, "alle Skifans. Natürlich guckt man auch die Rennen und alles. Aber jetzt fiebern hoffentlich alle rot-weiß-rot im Handball."