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Hoeneß kritisiert Kahn: "Einfach falsch - fertig!"

Erstmals seit 2012 wird der Deutsche Meister aller Voraussicht nach nicht FC Bayern München heißen. Zehn Punkte beträgt der Vorsprung von Bayer Leverkusen auf den Rekordmeister. Für FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß kein Drama. Vielmehr glaubt er, dass dies „einen Reflex beim FC Bayern hervorrufen“ könne, „denn wir würden uns noch mehr wieder ins Zeug legen“. Eine solche Serie sei zudem „anormal“.

In einem Interview mit BR24Sport blickte Hoeneß kritisch auf die jüngere Vergangenheit und machte eine „Larifari-Mentalität“ beim FC Bayern aus, „die teilweise in den letzten ein, zwei Jahren entstanden ist“. Diese werde „wieder aufhören und die Ziele sind wieder einfacher zu erzielen“.

Trotz Abo auf die Deutsche Meisterschaft musste der FC Bayern in den vergangenen Jahren einige Rückschläge verarbeiten. In der Champions League war dreimal in Folge im Viertelfinale Endstation, im DFB-Pokal war seit 2020 dreimal in der 2. Runde Schluss. Einmal setzte es das Aus im Viertelfinale gegen den SC Freiburg.

Hoeneß: „Dann ist der Weg einfach falsch“

Klare Kritik richtete Hoeneß an Oliver Kahn, der 2021 das Amt als Vorstandsvorsitzender von Karl-Heinz Rummenigge übernahm und den FC Bayern gemeinsam mit Sportchef Hasan Salihamidzic in eine erfolgreiche Zukunft führen sollte. Dieser Plan ging nicht auf, zwei Jahre später war das Kapitel trotz der Last-Minute-Meisterschaft wieder beendet.

„Gar nichts“ habe er persönlich gegen Kahn, stellte Hoeneß klar. Dieser habe allerdings „eine andere Herangehensweise an den Job hat wie wir das hatten - oder speziell ich“.

Letztlich gehe es darum, Ziele zu erreichen. „Ich habe immer gesagt: Man kann den FC Bayern so oder so führen. Und wenn der Weg, der anders ist als der, den man jahrzehntelang erfolgreich gemacht hat, nicht erfolgreich ist, dann ist er einfach falsch. Fertig“.

Er habe bereits vermutet, dass der Wechsel von Rummenigge und ihm zur neuen Generation holprig werden könnte, räumte Hoeneß ein. Nun, so glaubt er, befände sich der FC Bayern mit Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund wieder „auf einem guten Weg“.

DFL-Investorendeal: „Katastrophalen Job gemacht“

Den Grund für den gescheiterten Investorendeal der Deutschen Fußball Liga (DFL) sieht Hoeneß in einem schlecht geführten Dialog.

Die Verantwortlichen hätten „einen katastrophalen Job gemacht, wie sie die Öffentlichkeit über die wahren Hintergründe dieses Deals informiert haben, die Kommunikationspolitik war eine Katastrophe“, sagte der 72-Jährige. „Wenn man das nämlich vernünftig erklärt hätte, bin ich überzeugt, dass es ohne größere Probleme hätte durchgehen können.“

Hoeneß sei immer noch überzeugt, „dass 98 Prozent dieser Fans überhaupt nicht begriffen haben, um was es geht. Es ging nicht darum, Einfluss der Investoren auf die Bundesliga zu haben. Es ging nicht darum, jetzt die Bundesliga in ihrer Selbständigkeit einzuschränken. Nicht darum, den Fans irgendetwas wegzunehmen.“

Nach dem geplatzten Einstieg eines Geldgebers sieht er Schwierigkeiten auf etliche Teams zukommen.

„Tatsache ist, dass die kleinen Vereine, die sich da von außen haben manipulieren lassen, jetzt demnächst große Probleme haben werden, das Geld nämlich aufzubringen, das die DFL braucht, um diese Infrastrukturmaßnahme, die durch diesen Deal hätte bezahlt werden können, jetzt selber zu finanzieren“, sagte Hoeneß.

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)