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Horner-Mitarbeiterin bei Red Bull wohl freigestellt

Die neueste Wendung in der Skandal-Affäre um Red-Bull-Teamchef Christian Horner hält die Formel 1 vor dem Rennwochenende in Saudi-Arabien in Atem - der Konzern selbst hüllt sich dabei in eisiges Schweigen.

Wie SPORT1 bereits am Mittwoch berichtet hatte, hat das Unternehmen die Mitarbeiterin, die den Fall wegen mutmaßlicher sexueller Nötigung erst ins Rollen gebracht hat, offiziell freigestellt.

Die Frau will vor einem englischen Arbeitsgericht gegen die Ausbootung klagen, sie soll dabei auch die Unterstützung der österreichischen Fraktion rund um Didi-Mateschitz-Erbe Mark Mateschitz und CEO Oliver Mintzlaff haben. Diese steht im Fall Horner in einem inneren Konflikt mit den Red-Bull-Mehrheitseignern aus Thailand, der Familie Yoovidhya, der Mateschitz Senior einst die Rechte an dem Getränk abgekauft hatte.

Nachdem das Aus für die Mitarbeiterin herumgesprochen hat, sind die handelnden Personen inzwischen mehrfach mit dem Vorgang konfrontiert worden - und mauern.

Mitarbeiterin belastete Horner schwer

Das Team, Rennstall des Weltmeisters Max Verstappen, könne „die individuelle Situation von Angestellten nicht kommentieren“, sagte ein Sprecher bei AFP. Ähnlich äußerte sich Horner selbst am Donnerstagnachmittag auf einer Pressekonferenz in Dschidda. Der Red-Bull-Konzern, der die Untersuchung durch einen Ermittlungsanwalt hatte durchführen lassen, kommentierte die Angelegenheit auf Anfrage der Nachrichtenagentur SID ebenfalls nicht.

Die Mitarbeiterin hatte Horner „unangemessenes Verhalten“ vorgeworfen, das ist seit Anfang Februar bekannt. Der Konzern hatte das Ergebnis einer wochenlangen Untersuchung am 28. Februar in einer knappen Pressemitteilung verkündet. Die Beschwerde sei abgewiesen worden, „die beschwerende Partei“ habe das Recht, Berufung einzulegen, hieß es darin unter anderem.

Details zu den Anschuldigungen wurden bis heute nicht bekannt gegeben. Einen Tag nach Verkündung des Untersuchungsergebnisses hatte ein anonymer Absender eine Email mit kompromittierenden Inhalten an hochrangige Vertreter der Formel 1, des Weltverbandes FIA sowie an zahlreiche Berichterstatter geschickt.

Was macht Max Verstappen?

Die Angelegenheit hat sich längst zur Zerreißprobe für das Team entwickelt: Jos Verstappen, der Vater des Weltmeisters, forderte am vergangenen Wochenende den Rücktritt von Teamchef Horner. „Es wird hier Spannungen geben, so lange er in seiner Position ist“, wurde der 51-Jährige von der englischen Daily Mail zitiert: „Das Team läuft Gefahr, zerrissen zu werden.“

Auch Gerüchte, dass Max Verstappen Red Bull verlassen könnte - womöglich sogar während der Saison - sind inzwischen laut geworden.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)