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Irres DHB-Comeback - aber Zittern ums Weiterkommen

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft leistete sich im zweiten Hauptrundenspiel gegen Österreich ein Fehler-Festival, rettet in letzter Minute dennoch ein Remis (22:22) - und vergibt gar noch in letzter Sekunde die Chance auf den Sieg.

Die Stimmungslage - gespalten. Zwar holte das DHB-Team einen Fünf-Tore-Rückstand in den letzten zehn Minuten auf, zwischenzeitlich stand es 16:21, doch die vergebenen Chancen im Angriff schmerzten arg.

So analysierte Kapitän Johannes Golla in der ARD: „Es ändert sich nichts an der Ausgangslage, aber es tut uns weh. Das war unglaublich schlecht von uns.“

Dem DHB-Team unterliefen bereits in der Anfangsphase einige unnötige Ballverluste und viele vergebene Chancen. Der überragende österreichische Keeper Constantin Möstl hatte in den ersten 22 Minuten zehn Paraden auf dem Konto!

Deutschland mit großen Problemen

Juri Knorr nahm aufgrund leichter Verletzungsprobleme zunächst auf der Bank Platz. Doch sein Ersatzmann Philipp Weber startete mit zwei Fehlwürfen und einem Turnover unglücklich in die Partie.

Timo Kastening konnte in der ersten Halbzeit ebenso wenig überzeugen. Der Rechtsaußen spielte einen wilden Fehlpass und warf einen ganz freien Wurf weit vorbei. Es war jedoch nur einer der vielen technischen Fehler, den sich die deutsche Mannschaft vor der Pause leistete und für Frustration bei Nationaltrainer Alfred Gislason sorgte.

„Abwehr super, Angriff super, wir schmeißen den Ball links und rechts weg. Wir haben vier technische Fehler, das sind nur wir. Den Kopf benutzen!“, sagte der DHB-Coach in einer Auszeit in der 16. Minute.

Einzig Schlussmann Andreas Wolff, der bis zur 22. Minute sieben Bälle halten konnten, überragte erneut und hielt Deutschland bis zur Pause im Spiel (11:12).

Spannender Kampf bis zum Schluss

Doch auch in der zweiten Halbzeit zeichnete sich zunächst ein ähnlich enttäuschendes Bild für die deutsche Mannschaft ab. Nach rund 40 gespielten Minuten lag das deutsche Team mit neun technischen Fehlern unlängst über dem Turnierdurchschnitt. Insgesamt wirkte der Auftritt weiterhin verunsichert und wenig verbessert.

An der Unterstützung von den Rängen mangelte über die vollen 60 Minuten nicht. Das Publikum gab alles und sorgte mitunter dafür, dass das DHB-Team stets in Schlagdistanz blieb.

Eine Minute vor Schluss gelang dem DHB-Team durch Christoph Steinert trotz Unterzahl der Ausgleich zum 22:22. Ein Fehlpass im letzten Angriff der Österreicher verhinderte die nächste Überraschung des EM-Underdogs, allerdings vergab auch auf deutscher Seite Sebastian Heymann einen direkten Ausgleich zum Sieg.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)