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Jetzt kommen die "Thomas-Müller-Spiele“

Es ist ein geflügeltes Wort an der Säbener Straße geworden: Das „Thomas-Müller-Spiel“. Geprägt von Thomas Tuchel und geboren rund um die Champions-League-Duelle der Bayern gegen Manchester City 2023. Müller durfte damals beide Male nicht von Beginn an ran. Offizielle Begründung des Trainers: Es seien keine „Thomas-Müller-Spiele“ gewesen.

Damals eine etwas fragwürdige Erklärung - mindestens beim Rückspiel. Denn zur Erinnerung: Allianz Arena, Flutlicht, 0:3-Rückstand aus dem Hinspiel im Gepäck - damals waren Emotionen gefragt. Und wer ist schon emotionaler unterwegs als das bayerische Urgestein?

Seitdem hat sich in den zehn Monaten der Ära Tuchel nicht viel geändert. Scheinbar gibt es in Tuchels Augen kaum noch „Thomas-Müller-Spiele“. Jedenfalls kam der mittlerweile 34-Jährige in der laufenden Saison auf nur zehn Startelf-Einsätze - und das wettbewerbsübergreifend.

Dass Müller der Mannschaft immer noch positive Impulse geben kann, hat er am vergangenen Samstag beim 3:1-Sieg über Borussia Mönchengladbach bewiesen. Den ersten Treffer von Aleksandar Pavlovic legte er vor, dem zweiten Tor der Bayern durch Harry Kane ebnete er entscheidend den Weg. Das Spiel war gedreht.

Müller fordert mit Augenzwinkern den Startelf-Einsatz

Kein Wunder also, dass Müller relativ offen weitere Startelfeinsätze fordert - auch jetzt im anstehenden Spitzenduell mit Bayer Leverkusen am kommen Samstag (18.30 Uhr im LIVETICKER).

„Ich würde mich aufstellen“, sagte Müller dem Bezahlsender Sky.

Sein Trainer wirkte da schon etwas weniger euphorisch: „Alle sind wichtig. Thomas ist Thomas. Er macht seine Sache, das wird sich nicht mehr ändern in diesem Leben“, sagte Thomas Tuchel zu SPORT1 und wollte sich bereits kurz vor in einem anderen Interview nicht festlegen, ob er auf Müller setzt. Man habe schließlich eine Woche Zeit, die Aufstellung gegen Leverkusen zu planen.

Hoffnungen auf eine größere Rolle in den Duellen in Leverkusen und gegen Lazio in Rom darf Müller trotzdem haben. Der Grund: Jamal Musiala durchlebt erstmals eine kleine Leistungsdelle. Seine letzten Bälle kommen seltener an, so manche Aktion wirkt kopflos. Der Youngster wirkt ein wenig überspielt.

Gleichzeitig ist die Konkurrenz für Müller auf den Flügeln aktuell nicht sonderlich groß. Kingsley Coman und Serge Gnabry sind verletzt, Bryan Zaragoza hat als absoluter Neuling naturgemäß nicht das entsprechende Standing. Mathys Tel ist bei Tuchel Edeljoker, aber vorerst nicht mehr.

Bosse setzen auf Müller

Bleibt also Müller, der von ganz oben totale Unterstützung erfährt.

Jan-Christian Dreesen, im Hauptberuf CEO der Bayern, nebenher Thomas-Müller-Fan, macht sich öffentlich für seinen Lieblingsspieler stark. „Dass Thomas natürlich einen ganz besonderen Stellenwert hat, das wissen Sie. Sonst hätten wir auch den Vertrag nicht verlängert. Thomas ist einfach ein Gewinn für uns als Klub, für die Zukunft und für heute“, sagte Dreesen zur Reporter-Schar und es schwang doch ein gewisses Maß an Bewunderung mit.

Bereits bei seiner Bankett-Rede nach dem Sieg bei Manchester United im Dezember dankte Dreesen namentlich Müller. Und das, obwohl der „nur“ die Vorlage zur Vorlage zum Siegtreffer der Bayern gegeben hatte…

Sportdirektor Christoph Freund hofft derweil auf Müllers „Ekel-Faktor“: „Er ist immer Startelf-Kandidat. Er ist immer voll dabei, ist unangenehm (für den Gegner - Anm. d. Red.).“

Gut möglich also, dass jetzt tatsächlich die „Thomas-Müller-Spiele“ anstehen. Das fände der Routinier selbst auch wegen seiner Erfahrung gut: „Ich glaube, es geht auch ohne, aber ich würde es mit probieren.“