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Der Sensationsmann beim Sensationsteam

Der Sensationsmann beim Sensationsteam
Der Sensationsmann beim Sensationsteam

Der FC Girona lag am Sonntagabend kurzeitig gegen den Tabellensiebzehnten FC Sevilla zurück, doch dann schlug die große Stunde des Artem Dovbyk.

Der 26-Jährige brauchte nur sechs Minuten, um den 0:1-Rückstand in eine 3:1-Führung zu drehen. Mit seinem rekordträchtigen Hattrick wandelt der ukrainische Stürmer damit unter anderen auf den Spuren des großen Robert Lewandowski, der einst nur drei Minuten für einen Dreierpack brauchte (Saison 15/16 Bayern gegen Wolfsburg).

Blitzhattrick reicht nicht für Ligarekord

Zwar kam er mit den sechs Minuten nicht ganz an den La-Liga-Rekord, den Kevin Gameiro 2017 mit drei Toren in 4:43 Minuten (Atlético Madrid vs. Sporting Gijon) aufgestellt hatte, heran, sorgte aber dennoch für großes Staunen.

Dovbyk startete seine fußballerische Karriere in seiner Heimstadt Tscherkassy und rückte 2014, im Alter von 17 Jahren in die erste Mannschaft des damaligen Drittligisten Dnipro auf. Ein Jahr später wechselte er in die erste ukrainische Liga, konnte sich dort aber zunächst nicht durchsetzen und wurde zum moldauischen Verein FC Zaria ausgeliehen.

Nach seiner Rückkehr musste der Verein wegen finanzieller Schwierigkeiten in die Zweite Liga absteigen und der Stürmer blieb trotz einigen Anfragen von anderen Klubs zunächst im Verein und konnte dort in den ersten 13 Partien 12 Tore erzielen.

Offenbar genug, um den nächsten Schritt zu wagen, da er 2018 ablösefrei zum dänischen Klub FC Midtjylland wechselte und dänischer Meister wurde. Allerdings hatte er selbst nicht den größten Anteil und wurde erneut innerhalb Dänemarks ausgeliehen.

2020 folgte der Durchbruch des 26-Jährigen

In Folge zweier schwieriger Jahre, bei dem der 26-Jährige gerade mal auf drei Treffer in 36 Einsätzen kam, wechselte er 2020 zurück in die Ukraine und konnte sich bei SK Dnipro-1 endlich ins Rampenlicht stellen und in drei Jahren 44 Tore in 71 Partien erzielen.

Im Sommer 2023 wagte er erneut den Schritt aus seinem Heimatland heraus und wechselte für sieben Millionen Euro zum FC Girona - ein goldrichtiger Schritt!

Mit dem Wechsel zu Girona ging der ukrainische Nationalstürmer zu einer der spannendsten Mannschaften, die der europäische Fußball zurzeit zu bieten hat. Trotz verhältnismäßig geringen Marktwerktes schocken sie in der aktuellen Saison immer wieder die Großen und stehen nach 21 Spieltagen sensationell auf dem ersten Tabellenplatz.

Und Dovbyk? Der hat einen großen Anteil an dem Erfolg, da er in 20 Spielen auf 14 Treffer und sechs Vorlagen kommt und damit in der Torschützenliste zusammen mit Real-Star Jude Bellingham auf Rang 1 liegt.

„Er zeichnet sich durch seine körperliche Stärke aus, aber wir neigen oft dazu, zu denken, dass er weder technisch gut noch präzise in seinen Aktionen sein wird. Er kombiniert beides, er kann in den Raum gehen, den dritten Mann suchen und das mit großem technischen Geschick“, erklärte sein ehemaliger Weggefährte Jordi Gratacos (ehemaliger Leiter der Jugendakademie von Dovbyks Jugendverein)

Ehemaliger Weggefährte glaubt: „Er kann auch in England spielen“

Girona würde laut dem ehemaligen Leiter einer Jugendakademie sehr gut zu dem 26-Jährigen passen. Dennoch glaubt er aber auch, dass der Stürmer auch in einem System, dass auf Konter ausgelegt ist, sehr gut funktionieren könnte. Der 49-Jährige meint sogar, dass der Ukrainer auch, in der Premier League brillieren würde, wünscht sich aber, dass Dovbyk noch einige Jahre bei Girona bleibt.

Sollte sich der Stürmer am Saisonende gegen Bellingham durchsetzen können und die Torjägerkrone gewinnen, wäre er der erste Spieler seit der Saison 2008/2009 (Diego Forlan) dem dies gelungen ist, ohne dabei für Real Madrid oder den FC Barcelona gespielt zu haben.

Kann Girona wirklich Meister werden?

Die Frage, ob die Sensationsmannschaft am Ende der Saison wirklichen den großen Coup schafft und spanischer Meister werden kann, lässt sich jetzt natürlich noch nicht beantworten. Klar ist, dass die Königlichen aus Madrid, die gerade auch ein Spiel weniger haben, als der Tabellenführer, als Favorit auf den Titel gelten. Allerdings spielen sie auch noch in drei Wettbewerben mit und haben immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen.