Werbung

Was ist los mit Lewandowski?

„Qué le pasa a Robert Lewandowski?“ Was ist los mit Robert Lewandowski?

Diese Frage warf die spanische Tageszeitung Sport bereits vor dem Heimspiel des FC Barcelona am vergangenen Sonntag gegen Atlético Madrid auf – mit der Begründung, der polnische Superstar sei weniger treffsicher und zudem weniger ins Spiel der Mannschaft von Trainer Xavi eingebunden als noch in den ersten Monaten nach seinem 45 Millionen Euro schweren Wechsel vom FC Bayern auf die iberische Halbinsel im August 2022.

Diesen Eindruck bestätigte der Stürmer beim 1:0 gegen die Rojiblancos – und wurde hinterher, wie zuletzt häufiger, scharf von der spanischen Presse kritisiert. José Álvarez, Barca-Experte bei der bekannten Fußball-Fernsehshow El Chiringuito, behauptete sogar: „Der Verein denkt ernsthaft darüber nach, Lewandowski im Sommer zu verkaufen.“ Mehrere Klubs aus Saudi-Arabien seien an dem 35-Jährigen interessiert.

Ambitionierter Lewandowski will bleiben

Will Barca Lewandowski loswerden? Die Gerüchte überraschen den Stürmer, wie SPORT1 aus seinem Umfeld erfuhr. Er ist zwar keineswegs zufrieden mit sich und seiner Ausbeute von nur 8 Toren aus 17 Pflichtspielen in der laufenden Spielzeit, möchte aber über den Sommer 2024 hinaus in Barcelona bleiben und hat auch nichts Gegenteiliges von seinem Arbeitgeber gehört.

Der vertraglich ohnehin bis 2026 mit einer Option auf ein weiteres Jahr an den spanischen Meister gebundene Lewandowski hatte bereits im vergangenen Sommer die Möglichkeit auf einen finanziell sehr lukrativen Wechsel Richtung Saudi-Arabien, lehnte jedoch umgehend ab. Sein Plan lautete und lautet nach wie vor, weiterhin auf europäischem Top-Niveau zu spielen und im Idealfall noch einmal die Champions League zu gewinnen.

Gleichwohl fällt es ihm schwer, seinen Frust über seine ernüchternden Leistungen komplett auszublenden. Lewandowski meckerte und haderte in den vergangenen Spielen häufiger – und sah sich sogar mit Ego-Vorwürfen konfrontiert, weil er seinem jungen Mitspieler Lamine Yamal während einer Partie gegen Deportivo Alavés einen Handschlag verweigerte.

Lewandowski stellte jedoch umgehend klar: „So etwas passiert auf dem Platz mal. Es ist eine normale Situation zwischen zwei Spielern. Es gibt kein böses Blut oder böse Absichten zwischen mir und Lamine. Alles ist in Ordnung!“

Kritik um Formtief verschärft sich

Dennoch steht der Ex-Bayern-Star gerade aus sportlichen Gründen im Zentrum der Kritik. Ein Blick auf die Daten belegt: Seit der WM 2022 in Katar läuft es bei ihm nicht mehr wie gewohnt.

Vor dem Turnier erzielte er in 19 Einsätzen für Barca 18 Treffer, was etwa einem Schnitt von 0,95 Toren pro Spiel entsprach. Danach gelangen ihm in bisher 44 Partien nur 23 Tore, also etwas mehr als 0,5 Treffer pro Partie. Im Grunde ist er nur noch halb so treffsicher wie vor der WM – was ihn selbst am meisten ärgert.

„Es ist normal, dass er frustriert ist. Er will Tore erzielen, den Unterschied machen, der Mannschaft helfen“, betonte Barca-Trainer Xavi vor kurzem und forderte: „Wir müssen Robert wieder häufiger im Strafraum finden.“

Schwierige Zeiten für Lewandowski, der im November auch mit Polen die direkte Qualifikation für die EM 2024 in Deutschland verpasste und nun auf die Playoffs hoffen muss. Das Handtuch werfen wird er aber nicht – auch nicht in Barcelona.