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Die Monumente des Radsports - und ihre Eigenheiten

Die Monumente des Radsports - und ihre Eigenheiten
Die Monumente des Radsports - und ihre Eigenheiten

Die Classicissima Mailand-Sanremo steht am Samstag als erster großer Radsport-Klassiker der Saison auf dem Programm. Die Primavera ist das erste der fünf Monumente, wie die bedeutendsten Eintagesrennen genannt werden. Jeder dieser Wettbewerbe hat seine ganz eigene Charakteristik. - Der Sport-Informations-Dienst (SID) stellt diese traditionsreichen Rennen vor.

1. Mailand-Sanremo

Die Classicissima, wie das Rennen ehrfürchtig von den Tifosi genannt wird, eröffnet jedes Jahr die Reihe der Frühjahrsklassiker. Sie bietet den weltbesten Sprintern die größte Chance auf einen Triumph bei einem Monument und ist mit fast 300 km die längste Tortur der Saison.

Traditionell wird die Entscheidung an den beiden Anstiegen Cipressa und Poggio eingeleitet. Dort ist stets die spannende Frage, ob ein Ausreißer genug Zeit zwischen sich und die endschnellsten Fahrer legen kann. In diesem Jahr sind Ex-Tour-Champion Tadej Pogacar und Weltmeister Mathieu van der Poel die großen Favoriten. Der letzte deutsche Sieg durch John Degenkolb liegt neun Jahre zurück.

2. Flandern-Rundfahrt

Der Ritt über die gefürchteten Hellingen elektrisiert die Belgier seit jeher. "Flanderns Schönste" wird jedes Jahr zu einem wahren Volksfest. Die ruppigen und teilweise mit Kopfsteinpflaster bedeckten Anstiege machen die "Ronde" zu einem gnadenlosen Ausscheidungsrennen, erst recht, wenn das Wetter nicht mitspielt.

Der Startschuss erfolgt in diesem Jahr am 31. März in der Hafenstadt Antwerpen. Auch Die Vorentscheidung fällt in der Regel während der letzten Überquerungen des Oude Kwaremont und Paterberg. Die kurzen, aber steilen Anstiege - Hellingen genannt - "überleben" nur die Allerbesten. Der letzte deutsche Sieg gelang Steffen Wesemann 2004.

3. Paris-Roubaix

Die "Hölle des Nordens" trägt ihren Namen zurecht. Besonders quälend sind auf über 250 km die meist über 50 km auf teils historischem Kopfsteinpflaster. Über schmale Pfade schlängelt sich das Peloton durch den Norden Frankreichs, Kilometer für Kilometer wird dabei das Feld ausgedünnt. Im altehrwürdigen Velodrom von Roubaix endet die Königin der Klassiker, und manch einer der Fahrer kann danach tagelang kaum gehen.

Die entscheidenden und auch brutalsten Passagen beginnen mit dem denkmalgeschützten Wald von Arenberg nach gut 160 km. Defekte und Stürze sind hier fast unvermeidlich. John Degenkolb gelang 2015 der erst zweite deutsche Sieg.

4. Lüttich-Bastogne-Lüttich

Die Runde quer durch die wallonischen Ardennen fordert einen ganz anderen Typus Fahrer als die vorherigen Rennen. Hier kommen die Kletterer zum Zug und versuchen sich gegen bergfeste Allrounder zu behaupten. Der älteste aller Radklassiker, deshalb La Doyenne (Die Älteste) genannt, fand erstmals 1892 statt.

Besonders in der zweiten Rennhälfte gleicht der Kurs einem stetigen Auf und Ab. Der berühmteste Anstieg ist die Cote de la Redoute, nach der nur noch wenige Fahrer an der Spitze verbleiben. Dietrich Thurau war 1979 der letzte deutsche Sieger.

5. Lombardei-Rundfahrt

Il Lombardia ist im Oktober das abschließende große Radrennen der Saison. Das letzte der fünf Monumente erfuhr in der Vergangenheit zahlreiche Änderungen in der Streckenführung und begünstigt kletterstarke Fahrer. In der Bedeutung fällt das Rennen auch wegen der zeitlichen Entfernung etwas zurück.

Das Rennen der fallenden Blätter hat vor allem für die Tifosi einen hohen ideellen Wert, und wenig überraschend führt in Fausto Coppi (5) ein Italiener die Liste der Rekordsieger an. Zwischen Como und Bergamo entscheidet vor allem die Zähigkeit. Einen deutschen Gewinner gab es noch nie, Fabian Wegmann holte 2006 als Dritter die bisher beste deutsche Platzierung.