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Nächster FIFA-Irrsinn! Gibt es 2026 zwei WM-Turniere?

Sie sorgten bislang für die größte Spannung bei dieser Weltmeisterschaft: die letzten, parallel ausgetragenen Spiele jeder Gruppe.

Ob das dramatische Fernduell zwischen Argentinien und Mexiko oder die zwischenzeitlich völlig verrückte Konstellation in der Deutschland-Gruppe, als plötzlich Japan und Costa Rica die beiden ersten Plätze belegten.

Bei der WM in Katar zeigte sich einmal mehr, wie reizvoll eine Gruppenphase sein kann, wenn am letzten Spieltag praktisch noch alle Mannschaften die Möglichkeit haben, weiterzukommen. (DATEN: WM-Spielplan 2022)

Geht es nach dem Willen der FIFA, könnte es allerdings die letzte WM mit Entscheidungen dieser Art gewesen sein.

Denn mit der bereits beschlossenen Aufstockung auf 48 Mannschaften für die Ausgabe 2026 soll auch eine Änderung des Vorrunden-Modus einhergehen.

In 16 Gruppen mit je drei Teams, so der FIFA-Plan, würden dann die Teilnehmer an der K.o.-Phase ermittelt. (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)

Neuer WM-Modus: Tür und Tor geöffnet für Absprachen

Was die Entscheidungsträger damals jedoch nicht erkannten oder erkennen wollten, war die Tatsache, dass bei diesem Modus in den letzten Gruppenspielen Absprachen und Verschwörungstheorien Tür und Tor geöffnet wären.

Dabei wäre es fast egal, wie die ersten beiden Spiele in den jeweiligen Gruppen ausgehen: In der letzten Partie gäbe es für die beiden beteiligten Teams unzählige Möglichkeiten, sich zulasten des dritten Teams auf ein Ergebnis zu einigen, das beide eine Runde weiterbringt.

Erste kritische Stimmen an dem Modus wurden mit der Idee gekontert, nach jedem Unentschieden ein Elfmeterschießen austragen zu lassen. Doch auch so gäbe es noch die Möglichkeit der Absprache.

FIFA kommen Zweifel

Erst während der laufenden Weltmeisterschaft sind auch den Entscheidungsträgern der FIFA offenbar ernsthafte Zweifel an der Fairness dieser Idee gekommen.

So gab FIFA-Berater Arsène Wenger bei einer Pressekonferenz am Sonntag erstmals öffentlich zu, dass man sich beim Weltverband über alternative Optionen Gedanken mache.

„Das ist noch nicht entschieden“, sagte die Trainer-Legende des FC Arsenal und brachte neben den bereits existierenden Plänen mit 16 Dreiergruppen zwei weitere Möglichkeiten ins Gespräch. (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

Bei der ersten werden die Mannschaften auf zwölf Vierergruppen verteilt. Die Erst- und Zweitplatzierten jeder Gruppe sowie die acht besten Gruppendritten würden dann das Sechzehntelfinale erreichen.

Auch bei der zweiten Variante würden Vierergruppen gebildet. Allerdings würde dieser Vorschlag eine ganz neue Dimension beinhalten.

Gibt es zwei WM-Endrunden?

Denn statt eines Turniers würde es in den USA, Kanada und Mexiko praktisch zwei Turniere geben. Konkret: Es wären zwei Meisterschaften mit je 24 Teams, die dann ihren eigenen Sieger küren.

Beide Sieger dieser Turniere, bei denen die Teams - wie derzeit bei den EM-Endrunden - auf sechs Vierergruppen aufgeteilt wären, würden dann im Finale aufeinandertreffen und den Weltmeister ermitteln.

Das Problem bei beiden Varianten: Die Teams, die am weitesten kommen, müssten insgesamt acht statt bislang sieben Spiele bestreiten. Das würde die Kritik der internationalen Top-Klubs an der Mammut-WM weiter befeuern. Sehen sie doch die Belastungsgrenze ihrer Spieler schon jetzt erreicht.

Außerdem würde es in beiden Fällen sage und schreibe 104 WM-Spiele geben - und damit satte 40 mehr als bislang. Eine zeitliche Ausweitung des Turniers von jetzt einem Monat um mindestens eine Woche wäre damit unausweichlich.

Welcher Modus am Ende zur Anwendung kommt, ist derzeit noch nicht abzusehen. Dazu sagte Wenger nur: „Das wird vom FIFA-Rat entschieden, und ich denke, dass das im nächsten Jahr sein wird.“