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"Tut schon weh": Historisches deutsches Debakel droht

"Tut schon weh": Historisches deutsches Debakel droht
"Tut schon weh": Historisches deutsches Debakel droht

Als Dawid Kubacki seinen Sieg über Dominator Halvor Egner Granerud genüsslich auskostete, standen die zu Statisten degradierten DSV-Adler einmal mehr staunend im Abseits. (NEWS: Alles Wichtige zum Skispringen)

Mehr als Rang 13 durch Youngster Philipp Raimund war in Innsbruck für die arg gebeutelte deutsche Mannschaft nicht zu holen, in Abwesenheit von Karl Geiger sorgte erneut nur die Konkurrenz für eine große Flugshow.

Am Bergisel war das vor allem der Pole Kubacki: Der Zweite der Gesamtwertung gewann vor Granerud und verhinderte damit einen möglichen Grand Slam des Norwegers, der in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen triumphiert hatte. Rang drei ging an den Slowenen Anze Lanisek.

Kubacki verhindert Grand Slam von Granerud

Kubacki lag vor 18.700 Zuschauern am Ende 3,5 Punkte vor Granerud, der nach dem ersten Durchgang sogar nur Sechster war. Im Kampf um den Goldenen Adler verkürzte der Olympia-Dritte seinen Rückstand so auf 23,3 Punkte - umgerechnet gut 13 Meter.

Aus deutscher Sicht überzeugte zumindest Raimund. „Ich bin ohne große Ziele hergekommen. Dass es so gut läuft, macht es nur noch schöner“, sagte der 22-Jährige nach dem besten Weltcupergebnis seiner Karriere.

Andreas Wellinger musste sich derweil mit dem 18. Rang begnügen und fiel in der Gesamtwertung auf den achten Platz zurück.

Entsprechend bedient war Stefan Horngacher. „Das tut schon sehr weh. Wir sind eigentlich gut in die Tournee gestartet, jetzt aber ziemlich weit zurückgefallen“, sagte der Bundestrainer in der ARD: „Das ist eine schwierige Situation, aber wir dürfen nicht den Kopf in den Sand stecken.“

DSV-Adler enttäuschen mit schwacher Leistung

Erstmals seit 2016/17 droht den DSV-Adlern eine Tournee ohne einen Podestplatz bei einem Tagesspringen. Damals belegten die deutschen Skispringer aber immerhin noch Platz 7 und 8 in der Gesamtwertung. Diesmal liegt lediglich Wellinger als Achter unter den Top 10.

Der zuletzt formschwache Markus Eisenbichler schaffte es immerhin erstmals in den zweiten Durchgang und durfte mit dem 22. Rang halbwegs zufrieden sein. Eine ordentliche Leistung zeigten Constantin Schmid und Pius Paschke auf den Positionen 26 und 28.

Stephan Leyhe, 2019 noch Vierter in Innsbruck, schied dagegen ebenso wie Titelverteidiger Ryoyu Kobayashi (Japan) nach dem ersten Durchgang aus.

Keine Kritik an Trainer Horngacher

Der geschlagene Granerud verpasste es dagegen, als erster Norweger und als dritter Springer der Geschichte den Grand Slam zu gewinnen.

Bislang gelang dieses Kunststück nur Sven Hannawald (2001/02), dem Polen Kamil Stoch (2017/18) und dem Japaner Ryoyu Kobayashi (2018/19). „Ich hätte ihn gerne in unserem Klub begrüßt. Schade“, sagte Hannawald.

Geiger, bis dahin immerhin Fünfter der Gesamtwertung, hatte es erst gar nicht in den Wettkampf geschafft. Kritik an Horngacher wollte Horst Hüttel, zuständiger Sportlicher Leiter im DSV, aber nicht zulassen.

„Im Moment sind wir nicht da, wo wir sein wollen, aber wir werden sicher nicht die Nerven verlieren“, sagte Hüttel: „Entscheidend wird, was bis zur WM passiert. Die Trainer geben jetzt schon Vollgas. Ich hoffe sehr, dass den Trainern etwas einfällt, was dann auch wirkt.“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)