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Neuer Russland-Kurs: Weikert "erwartet" Reaktion der Politik

Neuer Russland-Kurs: Weikert "erwartet" Reaktion der Politik
Neuer Russland-Kurs: Weikert "erwartet" Reaktion der Politik

Thomas Weikert hat den Kurswechsel des Deutschen Olympischen Sportbundes in der Russland-Frage verteidigt und einen Zusammenhang mit den Anforderungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bei der Vergabe Olympischer Spiele verneint. "Das hat damit gar nichts zu tun", bekräftigte DOSB-Präsident Weikert am Samstagabend im Sportstudio des ZDF.

Zuvor war am Rande der DOSB-Mitgliederversammlung in Frankfurt bekannt geworden, dass der deutsche Dachverband von seiner ursprünglich rigiden Haltung gegenüber Sportlerinnen und Sportlern aus Russland sowie Belarus im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg abgerückt ist. Dies geht aus einer "aktualisierten Positionierung" des Präsidiums vom 4. November hervor, welche laut Weikert die "Meinung des deutschen Sports" wiedergebe.

IOC-Präsident Thomas Bach hatte zuletzt wiederholt erklärt: "Das IOC kann Spiele nur dorthin vergeben, wo seine Regeln respektiert werden. Dazu gehört, dass jeder vom IOC akkreditierte Teilnehmer einreisen darf."

Die ukrainischen Sportlerinnen und Sportler dürften vonseiten ihrer Regierung jetzt auch an Wettkämpfen teilnehmen, bei denen Russen und Belarussen als neutrale Athleten starten, umriss der 62-jährige Weikert ("Die Welt verändert sich") im ZDF: "Und von daher erwarte ich mir auch von der deutschen Politik, dass dort entsprechend reagiert wird."

Die für den Sport zuständige Bundesinnenministerin Nancy Faeser steht für die klare Linie der Bundesregierung, dass russischen und belarussischen Sportlern wegen des Ukraine-Kriegs die Einreise verweigert werden soll.

Bezüglich der angedachten deutschen Olympia-Bewerbung, die durch ein einstimmiges Votum der DOSB-Delegierten vom Samstag ein Stück konkreter wird, gab sich Weikert keinen Illusionen hin: "Wir werden eine vernünftige und bescheidene Bewerbung abliefern und sind uns darüber im Klaren, dass es möglich ist, dass der erste Anlauf nicht gelingt." Laut Bach sind mehr als zehn Länder allein an der Ausrichtung der Sommerspiele 2036 interessiert.

Der nächste Anlauf des DOSB nach zuletzt sieben gescheiterten Bewerbungen wäre denkbar für die Sommerspiele 2036, 100 Jahre nach den Nazi-Propagandaspielen von Berlin. Der DOSB fasst aber auch Sommerspiele 2040 ins Auge sowie Winterspiele 2042. Für die Winter-Edition 2038 ist nach einer überraschenden IOC-Entscheidung vom vergangenen Mittwoch eine Bewerbung der Schweiz nach derzeitigem Stand auserkoren.