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Novak Djokovic gewinnt Australian Open - nach Russland-Skandal um seinen Vater

Der Serbe Novak Djokovic hat die Australian Open gewonnen. Er setzte sich gegen den Griechen Stefanos Titsipas in drei Sätzen 6:3, 7:6, 7:6 durch und konnte seinen 22. Grand-Slam-Sieg feiern.

Im vergangenen Jahr durfte der 35-Jährige nicht bei den Australian Open antreten, weil er sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen wollte.

Keine explizite Distanzierung vom Angriffskrieg

Durch den zehnten Triumph in seinem zehnten Finale des Hartplatzturniers in Melbourne zog Djokovic insgesamt mit seinem spanischen Rivalen Nadal gleich. Bei den Damen haben lediglich die Australierin Margaret Court (24) und die Amerikanerin Serena Williams (23) mehr Grand-Slam-Titel auf dem Konto.

Überschattet war der Sieg des Serben in Melbourne vom Auftritt seines Vaters, der sich bei einem vorherigen Match im Publikum zu einer Gruppe gesellt hatte, die eine russische Fahne präsentierten.

Asanka Brendon Ratnayake/AP Photo
Novak Djokovic und sein Finalgegner Stefanos Tsitsipas - Asanka Brendon Ratnayake/AP Photo

Djokovic erklärte, er sei "natürlich nicht erfreut", das zu sehen. "Mein Vater, meine ganze Familie und ich selbst haben in den 90er Jahren mehrere Kriege miterlebt, und wie mein Vater in seiner Erklärung sagte, sind wir gegen den Krieg. Wir werden niemals irgendeine Gewalt oder einen Krieg unterstützen, denn wir wissen, wie verheerend das für die Familie ist - für die Menschen in jedem Land, das einen Krieg durchmacht."

Kreml-kritische Portale weltweit berichteten über den Vorfall. Fotos und Videos des Vaters mit einer pro-russischen Zuschauer-Gruppe machten im Internet die Runde.

Rekord: 374. Woche als Nummer 1

Djokovic, der im Vorjahr nach dem Einreise-Wirbel wegen einer fehlenden Corona-Impfung nicht hatte starten dürfen, löste mit dem Sieg auch den beim Turnier verletzt abwesenden Spanier Carlos Alcaraz als Nummer eins der Weltrangliste ab. Er startet von Montag an in seine 374. Woche als nominell bester Tennisspieler der Welt, länger stand kein anderer Profi an der Spitze.

In seinem 33. Grand-Slam-Finale bewies der Serbe einmal mehr seine Extraklasse und sicherte sich verdient die Siegprämie von umgerechnet rund 1,95 Millionen Euro. Tsitsipas, der im zweiten Durchgang einen Satzball vergab, muss sich mit dem Aufstieg auf Weltranglistenplatz drei und einem Preisgeld von etwa 1,06 Millionen Euro begnügen.