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Proteste in Paris: Klima-Aktivist:innen stören Generalversammlung von TotalEnergies

Hunderte Klima-Aktivist:innen haben in Paris versucht, die Generalversammlung des Energieunternehmens TotalEnergies zu stören. Ihr Ziel: den Druck auf den Ölkonzern erhöhen, um ihn zu einer schnelleren Abkehr von fossilen Brennstoffen zu bewegen.

Einige der Aktionär:innen kritisierten zwar die Form der Proteste, teilten jedoch die Botschaft:

„Was ihr verteidigt, betrifft jeden, jeder ist betroffen. Und ich habe das Recht, meine Meinung bei der Generalversammlung zu vertreten. Total muss auf erneuerbare Energien umstellen, das ist alles“, erklärte sich ein Aktionär, der Mühe hatte, sich seinen Weg durch die Protestierenden zu bahnen.

Das Unternehmen hatte seine jährliche Generalversammlung in einer Pariser Konzerthalle abgehalten. Trotz Sicherheitspersonal und Polizeischutz hatten sich dort zahlreiche Protestierende versammelt.

"Unsere einzige Waffe sind die Berichte des IPCC"

Clémence Dubois, Kampagnenleiterin bei 350.org, reagierte auf Vorwürfe von Patrick Pouyanné, CEO der Total-Unternehmensgruppe:

„Der Vorstandsvorsitzende von Total hat gesagt, es gebe einen Guerillakrieg gegen das Unternehmen. Also ja, wir sagen, dass wir einen Guerillakrieg führen. Aber unsere einzige Waffe sind die Berichte des IPCC. Und quer durch das politische Spektrum ist man sich einig, dass ihre Aktivitäten obszön sind.“

Die Polizei ging mit Tränengas gegen Klima-Aktivist:innen vor, die im Sitzen den Weg zur Versammlung blockierten.

Aktivist:innen und die Regierung kritisieren das Unternehmen

TotalEnergies plant, ein Drittel der Investitionen in kohlenstoffarme Energiequellen zu stecken und will bis 2030 100 Gigawatt erneuerbare Energie produzieren können. Das ist nicht nur den Protestierenden, sondern auch der französischen Regierung zu wenig.

Die französische Ministerin für die Energiewende Agnès Pannier-Runacher forderte das Unternehmen zu deutlicheren Maßnahmen auf: „Total investiert in erneuerbare Energien, aber die Herausforderung ist es, schneller und entschiedener vorzugehen, vor allen Dingen schneller.“

Die Aktionär:innen stimmen bei der Generalversammlung unter anderem über einen Vorschlag zur Klimastrategie von TotalEnergies und einen Antrag zur Verpflichtung zum Pariser Klimaabkommen ab. Dieser Antrag würde jedoch nur eine Empfehlung an das Unternehmen aussprechen und nicht etwa zum Handeln verpflichten.