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Rennen mit Legende: So groß ist die Umstellung für Schumacher

Sie haben in ihren Sportarten eine Ära geprägt: Michael Schumacher verschob die Grenzen in der Formel 1 und schraubte die Titelbestmarke hoch auf sieben. Valentino Rossi machte sich auf dem Motorrad mit sieben WM-Titeln in der Top-Klasse und neun insgesamt zur Legende.

Jetzt treffen die beiden großen Namen ausgerechnet beim größten Rennen des europäischen Motorsports aufeinander: Schumacher meets Rossi in Le Mans!

Die Sportwagen-WM (WEC) mit ihrem Flaggschiff, dem 24-Stunden-Klassiker an der Sarthe, erlebt derzeit einen beispiellosen Boom. Neun Hersteller sind 2024 allein in der Top-Klasse am Start. Aus deutscher Sicht treten Porsche und BMW gegen Vorjahressieger Ferrari und WM-Titelverteidiger Toyota an. Doch auch der Blick in die Alpine A424 lohnt sich. Denn dort dreht Michael Schumachers Sohn Mick am Steuer.

Große Umstellung für Schumacher

Es wird eine große Umstellung für den Ex-F1-Piloten: Sein Hypercar bringt 1030 Kilogramm auf die Waage – 232 mehr als die 798 Kilo, die Schumi junior aus der Formel 1 kennt, wo er nach wie vor bei Mercedes als Testfahrer angestellt ist. Und: Die Alpine leistet mit ihrem 3,4-Liter-V6-Turbo „nur“ 680 PS, der F1-Flitzer mehr als 1000.

Der größte Unterschied zwischen Monoposto und LMDh-Rennwagen aber ist das Dach. „Das hat sich auf den ersten Runden wirklich etwas beengt angefühlt“, gesteht Schumacher.

Aber der 24-Jährige ist auch selbstbewusst: „Ich denke, dass ich dem Team mit meiner Formel-1-Erfahrung weiterhelfen kann.“ Teamchef Philippe Sinault bestätigt das: „Er bringt einige gute Ideen mit ins Team – und gute Stimmung.“

Der Deutsche hat bereits reichlich für die französische Marke aus dem Renault-Konzern getestet. Vor dem Höhepunkt in Le Mans (15./16. Juni) stehen noch drei Rennen in der Sportwagen-WM auf dem Programm. Los geht es am 2. März in Katar – also an diesem Wochenende, an dem auch die Formel 1 in die neue Saison startet. (FIA WEC LIVE und in Highlights im TV auf SPORT1)

Alpine traut dem Sohn des Rekordweltmeisters dabei viel zu. „Er war bei den Testfahrten wie ein Schwamm – seine Ohren waren offen, und er hat viele Fragen gestellt“, sagt Sinault und stellt ihm mit Nicolas Lapierre und Matthieu Vaxivière zwei erfahrene Teamkollegen an die Seite.

Egal wie gut die Alpine ist, fest steht jetzt schon: Gewinner sind die Fans, die sich auch auf Begegnungen zwischen Schumacher und Valentino Rossi freuen dürfen. Wenn auch nur beim Überrunden.

Rossi startet in GT3-Klasse

Denn der Italiener startet in der kleineren GT3-Klasse. Die Autos sind in diesem Jahr erstmals für die WEC und Le Mans zugelassen. Sie haben zwar um die 550 PS Leistung, sind aber trotzdem relativ einfach zu fahren. Dafür sorgen eingebaute Fahrhilfen wie ABS und Traktionskontrolle.

Schon während seiner Motorradkarriere ist Rossi einzelne GT3-Rennen für Ferrari gefahren. 2022 folgte dann der endgültige Umstieg, erst mit Audi, 2023 mit BMW – aber immer mit dem Team WRT. Sein größter Autorennerfolg: der GT3-Sieg 2023 beim Road to Le Mans im Vorfeld des 24h-Klassikers.

Rossis Leben sind Motorräder. Doch jetzt will der „Doktor“ es wissen. „Er fährt nicht einfach nur so zum Spaß mit“, sagt BMW-Motorsportchef Andreas Roos. „Er arbeitet akribisch und hart. Obwohl er das gar nicht mehr nötig hätte. Aber er will den Erfolg.“ Und sogar noch mehr: Er will irgendwann einen Platz im BMW M Hybrid V8, also dem Prototyp, der 2024 um den ersten Le-Mans-Gesamtsieg seit 1999 kämpft. Rossi weiß aber auch: „Dafür muss ich schnell sein.“