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Rettig: Schutz für Fußball als Kulturgut

Rettig: Schutz für Fußball als Kulturgut
Rettig: Schutz für Fußball als Kulturgut

Der ehemalige DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig hat die Politik nochmals eindringlich aufgefordert, dem Profifußball als Kulturgut entsprechenden Schutz zukommen zu lassen. „Der Profifußball muss als schützenswertes Kulturgut denselben Schutz genießen wie die kritische Infrastruktur, Medien oder andere relevante Bereiche“, sagte der 59-Jährige im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger (Montagausgabe).

Der langjährige Bundesliga-Manager habe zuvor bereits mit Ex-Wirtschaftsminister Peter Altmaier über diesen Schutz gesprochen. Dieser habe die Problematik verstanden, "sich aber hinter der Autonomie des Sports versteckt", so Rettig. Trotzdem würde er heute noch einmal die Forderung erheben.

Die Übernahme immer mehr Klubs durch staatsnahe Investoren aus Katar oder Saudi-Arabien im europäischen Fußball ist Rettig ein Dorn im Auge: "Wir erleben ein Konflikt zwischen Demokratie und Autokratie. Der wird über den Fußball ausgetragen. Mit treibt das sehr um, dass das gesellschaftlich nicht noch einen viel größeren Aufschrei nach sich zieht." Die WM 2022 in Katar sei ein Beispiel dafür, dass sich ein autokratisches System, das die Menschenrechte nicht achte, den Fußball als Bühne benutzt habe, um sich feiern zu lassen. Rettig: "Sogar mit Erfolg."

Veränderungen können nur Zivilgesellschaften bewirken, der Fußball selbst könne das nicht verhindern: "Deshalb muss der gesellschaftliche Druck da sein, in dem man Diktaturen und Autokratien solche Turniere vorenthält."

Der Fußball werde sich aus eigener Kraft nicht erneuern können. Rettig: "Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich einmal sage: Die Politik muss dem Fußball helfen durch direktive Vorgaben. Der Markt regelt das nicht."