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Dieser Rundumschlag lässt aufhorchen

Bei der Darts-Weltmeisterschaft 2024 im altehrwürdigen Ally Pally (ab 15. Dezember LIVE auf SPORT1) geht eine Ära zu Ende. Erstmals seit 2001 findet das Turnier ohne Vincent van der Voort statt.

Ein Umstand, der die aktuelle Nummer 42 der PDC Order of Merit durchaus bewegt. Bereits vor dem letzten Qualifikationsturnier nahm er im Gespräch mit der niederländischen Tageszeitung AD kein Blatt vor den Mund: „Um ehrlich zu sein, hätte ich nie erwartet, in dieser Situation zu sein.“

Dennoch versucht er, nicht mit der Situation zu hadern. „Der Sport stoppt für niemanden. So hart es ist, aber so soll es auch sein. Wenn man sich mein Jahr anschaut, habe ich bei der WM nicht viel zu suchen.“

Schwere Phase! Sogar ein Karriereende war möglich

Diese Erkenntnis erwuchs aus den ausbleibenden Resultaten in diesem Jahr. Bereits im Mai durchlebte er eine Sinnkrise, sogar ein Karriereende war nicht komplett unrealistisch. „Ich schaue jetzt, ob ich weitermachen will. In den kommenden Monaten werde ich die Entscheidung treffen“, sagte er damals, nachdem er aus der Top-32 der Order of Merit gefallen war.

Rückblickend auf diese Phase sagte er in der AD, dass er in dieser Situation am intensivsten gemerkt habe, „dass ich mit mir und meinen negativen Gedanken zu kämpfen hatte. Ich ging zu Turnieren, aber ich wollte nicht dort sein.“

Er habe immer weitergemacht und weiterverloren. Dadurch sei auch sein Selbstvertrauen gesunken. Die Zeit fürs Training wurde immer weniger. „Aber ich bin nicht der Beste der Welt, also muss ich weiter hart arbeiten. Ist das nicht möglich? Dann bleibst du in dieser Abwärtsspirale.“

Nur Michael van Gerwen hat sich gekümmert

Aus Spielerkreisen habe er in dieser Zeit nur von Michael van Gerwen Unterstützung erfahren. „Er war der Einzige (aus dem Dartzirkus, Anm. d. Red.), mit dem ich darüber gesprochen habe. Dem Rest ist das scheißegal“, zeichnete er ein düsteres Bild der Kollegialität in der PDC. „Wir sind Konkurrenten untereinander und für andere ist es von Vorteil, wenn es mir nicht gutgeht“, schloss er ernüchternd.

Erst nach Gesprächen mit der Familie und den Sponsoren habe er sich damals zum Weitermachen entschlossen. „Aufhören wäre das Einfachste, was man tun könnte, dann gäbe es keinen Druck mehr“, sagte er. Aber das hätte sich nicht richtig angefühlt. „Ich möchte noch einmal das Gegenteil beweisen und mich würdevoll verabschieden. Nächstes Jahr will ich es unbedingt ausprobieren. Ist es dann nicht mehr da? Dann war‘s das.“