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Süle gehen die Argumente aus

“Ich glaube, dass es jetzt so langsam Klick machen wird”, sagte Sebastian Kehl am Sonntag bei Sky90 über Niklas Süle. Einen Tag vorher brachte Edin Terzic in Darmstadt lieber Emre Can als Innenverteidiger, als Süle aufzustellen.

Ein Denkzettel für den Abwehr-Hünen, über den oft geredet wird, als wäre er noch ein junges Talent mit Formschwankungen. Dabei ist Süle schon 28 Jahre alt, spielt seit zehn Jahren in der Bundesliga. Er kam im Sommer 2022 aus München nach Dortmund, um dort direkt Führungsspieler zu sein.

Niklas Süle: Schon bei Bayern knisterte es gewaltig

Davon ist Süle zu Beginn des EM-Jahres 2024 weit entfernt. Dortmunds Sorgenkind hinkt den Ansprüchen schon länger hinterher.

Ein Blick zurück in die Spieler-Vita des Verteidigers: Bei Bayern München galt Süle unter Niko Kovac und Hansi Flick lange als Fels in der Brandung. Schnelligkeit, Spielwitz, Antizipation und Spielaufbau – am 1,95-Meter-Mann bissen sich die besten Stürmer Europas die Zähne aus.

Doch es gab auch Schattenseiten: Ende 2020 fröstelte es gewaltig zwischen Süle und Flick, der in den wichtigen Champions-League-Spielen oft auf den Nationalspieler verzichtete. Flicks öffentliche Kritik an Süles Fitness und Einstellung markierte damals einen Wendepunkt.

Die Bayern ließen Süle im Sommer 2022 ablösefrei gehen - ein Schlag für einen Spieler seiner Klasse, der damals erst 26 Jahre alt war.

Der Neu-Anfang beim BVB wurde zum Albtraum

Sein Wechsel zum BVB sollte ein Neuanfang sein, doch die Euphorie verflog schnell. Süle soll 110 Kilo gewogen haben, als er in Dortmund ins Training einstieg. Die ersten zwei Saisonspiele verpasste er verletzt, debütierte dann ausgerechnet bei Dortmunds historischer 2:3-Heimpleite gegen Bremen. Süle kam in der 62. Minute für Mats Hummels ins Spiel, als der BVB 2:0 noch führte. Dann kassierte die Hintermannschaft um Süle zwischen der 89. und der 90+5. Minute noch drei Treffer.

Doch Süle erholte sich vom Schock-Start, fand zu alter Form zurück - und verhalf Dortmund am Ende der Saison beinahe noch zum ersten Meistertitel seit elf Jahren.

Nun ist eine ähnliche Leistungssteigerung gefragt. “Wir hatten uns mehr erhofft”, gab Kehl bei Sky90 klipp und klar die Richtung vor. Dass Süle mehr kann, hat er oft genug bewiesen.