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Salihamidzic: „Das war nicht das, was Bayern bedeutet“

Salihamidzic: „Das war nicht das, was Bayern bedeutet“
Salihamidzic: „Das war nicht das, was Bayern bedeutet“

Hasan Salihamidzic kratzte sich genervt den Bart, seine Augen funkelten, als er über diesen so rätselhaft schwachen Auftritt von Bayern München sprach. „Auf jeden Fall war das nicht das, was Bayern München bedeutet“, sagte der Sportvorstand nach dem 1:2 (0:1) bei Bayer Leverkusen, durch das die Bayern von der Tabellenspitze stürzten: „So wenig Antrieb, so wenig Mentalität, so wenig Zweikampfführung, so wenig Durchsetzungsvermögen habe ich selten erlebt.“

Obwohl Bayern zunächst dank Joshua Kimmichs Treffer (22.) geführt hatte, gab es am Ende eine verdiente Niederlage. Der argentinische Weltmeister Exequiel Palacios (55., 73.) verwandelte zwei Foulelfmeter und ließ sich nicht davon irritieren, dass es die Strafstöße jeweils nach Videobeweis gab. Was Salihamidzic und Co. am meisten störte: Leverkusen verdiente sich den Erfolg mit intensivem Pressing, fußballerischer Klasse und großem Willen.

"Wir haben alles vermissen lassen und uns von einer Mannschaft, die am Donnerstag noch gespielt hat, überrennen lassen, sie waren in allen Belangen besser", schimpfte Salihamidzic. Am Donnerstag hatte Leverkusen in Budapest das Europa-League-Viertelfinale erreicht, nur drei Tage später gab es den nächsten Coup gegen den Rekordmeister.

München dagegen ist nun erstmals seit dem zwölften Spieltag nicht oben und geht als Herausforderer von Tabellenführer Borussia Dortmund ins Spitzenspiel in zwei Wochen. Dazwischen liegt die Länderspielpause, viel Zeit für gemeinsame Arbeit bleibt nicht.

Der Frust sei "sehr groß. Wir alle können die Tabelle lesen, wir alle haben unsere Leistung gesehen", sagte Kimmich: "Dementsprechend wissen wir, dass wir jetzt in allen Wettbewerben Druck haben. Es haben viele Dinge nicht gepasst, viele Dinge, die wir schlecht gemacht haben."

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann sprach ebenfalls von einer „verdienten Niederlage“ in Leverkusen. Gegen Dortmund „müssen wir gewinnen, um Tabellenführer zu sein“ - sein Team habe sich „sehr viel Druck selbst gegeben“.