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"Zu schwach!" Bö mit scharfer Selbstkritik

"Zu schwach!" Bö mit scharfer Selbstkritik
"Zu schwach!" Bö mit scharfer Selbstkritik

Es ist bisher noch nicht die Saison von Johannes Thingnes Bö. Der Biathlon-Superstar konnte in beiden Einzelrennen nicht überzeugen. Besonders im Sprint mit Rang 18 zeigte sich der Norweger ungewohnt schwach.

„Ich muss zugeben, dass ich ein bisschen hinter dem vergangenen Jahr zurückliege“, erklärte er im Interview mit dem norwegischen Sender NRK.

Besonders auf der Loipe läuft es nicht rund für den 30-Jährigen. Statt Top-Zeiten zu setzen, hatte er nur die fünftbeste Zeit am Samstag. Die Ursache für diese Schwäche hat er bereits ausgemacht.

Biathlon-Experte widerspricht Bö

„Ich denke, dass es einen großen Unterschied zwischen dem fluoridfreien und dem früheren Zustand gibt“, meinte Bö und verwies auf das seit dieser Saison geltende Fluor-Verbot bei den Skiern.

Er bezeichnet sich selbst als „zu schwach“ für die neuen Umstände. „Früher konnte man auf Skiern fliegen, ohne den Oberkörper zu stärken, und ich glaube nicht, dass man das jetzt noch kann“, konstatierte er. Daher wolle er nun „mehr Muskeln aufbauen“.

Etwas anderer Meinung ist derweil Torgeir Björn. Für ihn ist das Fluor-Verbot nicht ursächlich für die Schwäche des amtierenden Gesamtweltcup-Siegers. „Es liegt wohl eher daran, dass er seit dem Sjusjoen-Wochenende bis jetzt nicht so viel trainieren konnte, wie er hätte trainieren sollen“, meinte der einstige Langläufer, der nun Biathlon-Experte für den NRK ist.

„Schwache Mentalität!“ Bö sauer auf sich selbst

Zustimmung gibt der 59-Jährige dem Top-Athleten allerdings an anderer Stelle. So meint auch Björn, dass Bö „schwächer ausgesehen hat als sonst, vor allem im Oberkörper“.

Doch der Laufstil ist beileibe nicht Bös einziges Problem. Seine Trefferquote liegt bei nur 85 Prozent, besonders im Liegendschießen enttäuscht er mit einer 79-prozentigen Trefferquote.

„Ich hoffe fast, dass ich daneben schieße und drei Treffer lande, damit ich nicht den ganzen Weg kämpfen muss“, sagte der 30-Jährige. Deswegen meinte er auch: „Das ist so eine schwache Mentalität. Dann hast du es auch verdient, schlecht zu sein.“

Chancen, es besser zu machen, hat er bereits am Sonntag in der Verfolgung. Dort startet er mit einem Rückstand von über anderthalb Minuten auf den Sprintsieger Philipp Nawrath ins Rennen.

„Es ist jetzt eine Herausforderung, zu versuchen, wieder in die Spur zu kommen“, zeigte sich Bö kämpferisch.